Firma Selve feiert Jubiläum: 150 Jahre am selben Standort

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Für das 150-jährige Firmenjubiläum wurde eine Fertigungshalle in einen großen Festsaal umfunktioniert.

Lüdenscheid - Auf 150 Jahre Firmengeschichte blickt die Firma Selve im Augustenthal zurück. Am Samstagabend wurde dieses Jubiläum mit denjenigen gefeiert, die einen wesentlichen Anteil am Unternehmenserfolg haben: den Mitarbeitern und Gesellschaftern. Dafür wurde eigens eine Fertigungshalle geräumt und zur Festhalle umfunktioniert.

Die Geschäftsführer Andreas Böck und Ludger Stracke verzichteten bewusst auf viele Worte und beschränkten sich darauf, die Gäste genau an dem Ort zu begrüßen, an dem Ernst Selve und Theodor Heller von 150 Jahren die Grundlage für das Unternehmen legten, das heute in fünfter Generation immer noch im Familienbesitz ist. Namentlich begrüßten die Geschäftsführer neben den Gesellschafter-Familien einige verdiente Mitarbeiter sowie Bürgermeister Dieter Dzewas, dessen Mutter viele Jahre in dem Unternehmen tätig war und somit ebenfalls zur „Selve-Familie“ gehört.

Für die Gesellschafter erinnerte Neisa Wiel Marin an einige Eckpunkte und Anekdoten der Firmengeschichte. Ernst Selve habe sich sicher nicht vorstellen können, dass eines Tages das 150-jährige Bestehen seines Unternehmens gefeiert würde – und immer noch in Augustenthal, wo im Jahr 1866 alles seinen Anfang nahm, sagte Neisa Wiel Marin. „Es wurde immer viel gebaut“, sagte sie, so dass schließlich von den „vereinigten Hüttenwerken von Augustenthal“ die Rede gewesen sei. Davon sei auf dem modernen Werksgelände nicht mehr viel zu sehen. Bei der Arbeit an der Festschrift zum Jubiläum habe sich gezeigt, dass schon im 19. Jahrhundert viele Unterlagen für einen Bauantrag nötig gewesen seien.

Spontan erzählte die Gesellschafterin einige Anekdoten aus der ganz frühen Firmengeschichte, zum Beispiel, dass in Zeiten der Wasserkraft Chaos ausbrach, wenn die Teiche leer waren. „Dann grillten die Mitarbeiter die Forellen aus dem Teich.“ Wenn es wieder Wasser gab, „ging die Arbeit weiter.“ An einem Tag hätten sogar die Maschinen im Walzwerk stillgestanden, weil ein Mitarbeiter ein Stück der Riemen benutzt hatte, um Sohlen für die Schuhe seiner Kinder zu fertigen.

Rollläden zum Schutz vor Füchsen

Einen Vorschlag, wie Rollläden noch eingesetzt werden können, hatte sie auch: Ein Mitarbeiter habe damit seinen Hühnerstall ausgerüstet, inklusive Motor mit Zeitschaltuhr, um die Hühner vor Füchsen zu schützen.

Dieter Dzewas erinnerte an die besondere industrielle Tradition im Versetal, die auf Wasserkraft beruhte und durch die Anbindung an die Stadt mit der Kleinbahn einen großen Aufschwung erfuhr. Nicht ohne Stolz verwies der Bürgermeister darauf, dass sich die Firma Selve in Lüdenscheid in eine Reihe weiterer Familienunternehmen einreiht, die in jüngster Zeit bedeutende Jubiläen feierten. Er lobte die Weitsicht der Firmenleitung, dass man mit der Produktion von Artikeln für Rollläden schon frühzeitig auf ein Element gekommen sei, das heute in Deutschland und Europa stark nachgefragt werde. Schneller zu sein als andere und solide Ergebnisse zu erzielen, gelinge nur mit Gesellschaftern, die bereit seien zu investieren, würdigte er das Engagement der Inhaberfamilien. Außerdem sei er dankbar, dass die Firma Selve immer in Nachwuchs investiert habe und dies immer noch tue – das sei heutzutage der wichtigste Rohstoff.

Das Fest am Samstag war vor allem eine Feier von und für die Mitarbeiter. Bei zurzeit rund 230 Beschäftigten feierten 270 aktuelle und ehemalige Mitarbeiter mit Geschäftsführung und Gesellschaftern. Darunter waren nicht nur die Firmenangehörigen aus Augustenthal, sondern auch aus den Zweigwerken in Arolsen und in Polen sowie Außendienstmitarbeiter aus Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg. Das Programm gestalteten die Mitarbeiter selbst.

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