13 Festnahmen nach verdeckten Ermittlungen

Harter Schlag gegen Schutzgeld-Mafia in der Lüdenscheider Altstadt

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Die Corneliusstraße wurde durch die Einsatzfahrzeuge derart blockiert, dass Anwohner erst verspätet zur Arbeit aufbrechen konnten.

[Update 15.10 Uhr] Lüdenscheid - Eine Ermittlungskommission des Polizeipräsidiums Hagen hat am Donnerstag einen harten Schlag gegen die organisierte Kriminalität in der Kreisstadt geführt. Neun Personen im Alter zwischen 23 und 30 Jahren wurden vorläufig festgenommen, drei weitere Männer und eine Frau kamen wegen offener Haftbefehle ins Gefängnis

Die Beamten durchsuchten außerdem 14 Wohnungen mit Schwerpunkt Lüdenscheider Innenstadt, aber auch in Köln und Gummersbach. Dabei stellten die Fahnder offenbar größere Mengen Bargeld sicher.

Laut Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft sind dem Zugriff um 6 Uhr in der Frühe mehrmonatige Ermittlungen vorausgegangen. Unter anderem sammelten die Beamten, teils bei verdeckten Ermittlungen in der Szene, Erkenntnisse über Schutzgelderpressung mit Schusswaffen.

Ein Schwerpunkt der Aktion war ein Einsatz in der Lüdenscheider Altstadt. Gegen 6 Uhr fuhren Spezialeinsatzkommandos (SEKs) mit acht Transportern und weiteren Pkw auf der Corneliusstraße vor. 

Die Kräfte, teilweise mit schusssicheren Westen, Helmen und Türrammen ausgerüstet, kamen ohne Blaulicht und Sirenen, stürmten ein Eckhaus, in dessen Erdgeschoss eine Sportbar firmiert und brachten einen Lüdenscheider Minuten später gefesselt ins Freie.

Festnahmen bei SEK-Einsatz in Lüdenscheid

Polizisten der Wache an der Bahnhofstraße unterstützten die SEKs und riegelten mögliche Fluchtwege, etwa die Thünentreppe, ab. Der Polizeikonvoi blockierte die Corneliusstraße derart, dass Anwohner mit ihren Autos erst verspätet zur Arbeit aufbrechen konnten. 

Der Weg wurde erst frei, als die Beamten ihre Zielperson und sichergestellte Gegenstände abtransportierten. Bei dem festgenommenen Lüdenscheider handelt es sich nach LN-Informationen um denselben Mann, der Anfang September in eine Schießerei in einem Wettbüro in der Kersting-Passage am Rathausplatz beteiligt gewesen sein soll. 

Zwei Männer wurden damals gefasst, einem weiteren gelang direkt nach der Festnahme die Flucht. Er wurde stundenlang ergebnislos gesucht, auch ein Hubschrauber kreiste über Lüdenscheid. Über die Hintergründe der missglückten Festnahme schweigen die Behörden. 

Auch über die Aktion am Donnerstag gibt es offiziell keine weiteren Angaben. Wie zu erfahren war, war die Schutzgeld-Mafia in erster Linie im Spielhallen-Milieu tätig und kassierte „Gebühren“ für Glückspielautomaten. Die neun Verdächtigen wurden in Hagen von Spezialisten des Fachkommissariates vernommen.

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