Bühnenmäuse des CVJM ziehen eine positive Spielzeit-Bilanz

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Stolz präsentierten die Bühnenmäuse den symbolischen Scheck.

Lüdenscheid -  „Natürlich kommt bei einer so langen Spielzeit mal so ein toter Punkt. Aber dann rufe ich mir die Bilder aus Sierra Leone vor Augen – und dann gebe ich am Abend eher 110 als 100 Prozent.“ Nicht nur Jubel und Beifall kennzeichneten die obligatorische Zusammenkunft der Bühnenmäuse des CVJM am Ende der Spielsaison, sondern auch leise Töne – in diesem Fall von Bühnenmäusechef Frank Gerhardt, der durch den Abend führte.

Im Mittelpunkt: Die Bekanntgabe des finanziellen Ergebnisses. Knappe 40 000 Euro können in diesem Jahr nach Sierra Leone überwiesen werden – wir berichteten bereits. Zuvor hatte Christoph Weiland für den CVJM-Weltdienst über das afrikanische Land berichtet, das immer noch unter den Spätfolgen der Ebola-Epidemie leidet. Die Krankheit selbst ist zwar gebannt, aber die soziale Ausgrenzung derer, die damit zu tun hatten, sei ungebrochen. Hinzu kommt der mühsame Wiederaufbau, vor allem für Familien, in denen der Ernährer an Ebola gestorben ist.

„Die ersten 1500 Eintrittskarten waren nach fünf Wochen vergriffen“, schaute Gerhardt auf die Saison zurück, „nach nur einem Viertel der Spielzeit war bis zum Ende keine Karte mehr zu bekommen. Und das lässt mich denken: Wir haben verdammt viel richtig gemacht.“ Allerdings seien die Kosten rund um die Aufführungen „nicht ohne“: Kostüme, Requisiten, Maske. Ohne die Mithilfe der vielen Bühnenmäuse sei eine hundertprozentige Ausschüttung der Eintrittsgelder nicht machbar. Dafür gelte vielen der Dank. Er erinnerte humorvoll an kleine Begebenheiten wie die Aufführung in Hagen, in der seine Krücken falsch eingestellt waren und er mehr von der Bühne gekrochen als gehumpelt sei. Oder jene in Hemer, bei der er den Autoschlüssel für den Transporter in seinen Bühnenklamotten gelassen hatte – mitten in der Nacht und im hintersten Winkel des bereits voll beladenden Wagens.

Spaß machte auch einmal mehr die Zusammenstellung der Pausenbewirtung. Seit 2008, so hieß es, habe man allein durch den Verkauf in der Pause 5400 Euro einnehmen können. In dieser Spielzeit wurden 88 Stangenweißbrote, 14 Kilo Lachs und 125 Eier an die Gäste gebracht und insgesamt 1050 Gläser Sekt ausgeschenkt – „auch das geht ohne ein gutes Miteinander nicht“, so Robert Zapp.

Fritz Wempner ist der Autor des nächsten Stücks. Die Proben dafür beginnen, so Regisseurin Petra Schaller, am 8. August, Premiere soll am 11. November sein, dem 106. Geburtstag des Autors. Der Bundesverdienstkreuzträger starb 84-jährig im Jahr 1994.

Das Stück heißt „Kein Auskommen mit dem Einkommen“ und dreht sich um das wenig betuchte Rentnerehepaar Klara und Hermann Müller, das aus Geldsorgen ein und dasselbe Zimmer an zwei Untermieter gleichzeitig vermietet – die eine arbeitet tagsüber im Büro, der andere nachts als Fahrer auf der Autobahn. Logisch, dass da ein heilloses Durcheinander vorprogrammiert ist.

Auf der Bühne ab November sind Susanne und Frank Gerhardt, Guido Hesmer, Regina Duisenberg, Bernd Grewe, Gerd Heuel, Jenny Morales, Simone Meykranz, Stefanie Pantack und Andreas Schmale zu sehen.

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