Kurz vor dem Ziel geht nichts mehr

Erste Schwertransporter mit OP-Saal-Bauteilen angekommen

+
Den ersten Engpass auf Lüdenscheider Stadtgebiet hatte der Schwertransport beim Abbiegen von der Brunscheider auf die Werdohler Landstraße zu bewältigen – Fahrer und Begleiter waren in ständigem Funkkontakt, um sich abzustimmen.

Lüdenscheid - Nicht ganz reibungslos verlief der erste von insgesamt fünf Schwertransporten, mit denen bis Samstag die einzelnen Module für die neuen Operationssäle zum Klinikum gebracht werden. Rund 20 Meter vor dem Ziel war am Dienstagmorgen gegen 4.30 Uhr erst einmal Schluss: Ein Hydraulikschlauch an einer der beiden Zugmaschinen war geplatzt, was das Weiterfahren unmöglich machte.

Das Malheur passierte bereits auf dem Klinikgelände unmittelbar vor der Baustelle, so dass die liegengebliebenen Transporter keine Behinderung für den Stadtverkehr darstellten. Es war ausgerechnet der vorausfahrende der beiden Transporter, der liegen blieb, so dass es für beide zunächst kein Weiterkommen gab. Andreas Knopf, Fahrer des zweiten Lkw, alarmierte seinen Chef und einen Notfall-Service – es sollte rund eine Stunde dauern, bis ein Monteur mit einem neuen Schlauch aus Wuppertal anrückte. Zuvor holten die Fahrer und Begleiter Bindemittel vom Lkw, um das Hydraulik-Öl abzustreuen.

Das war der Höhepunkt einer ganzen Reihe von größeren und kleineren Schwierigkeiten, die die Fahrer der Schwertransporter und ihrer Begleitfahrzeuge zu bewältigen hatten. Das eine oder andere Hindernis hätte allerdings durch eine bessere Vorbereitung möglicherweise vermieden werden können, wie die Polizeibeamten, die den Transport in Lüdenscheid begleiteten, feststellten. 

Entspannt, aber hochkonzentriert saß Andreas Knopf am Steuer seiner 540-PS-starken Maschine. 

Dazu zählten unter anderem Pfosten, die die Einfahrt zur Baustellenzufahrt verengten, und erst abmontiert werden mussten. Außerdem war dort eine kleine Verkehrsinsel mit einem hohen Bordstein nicht abgedeckt. Das führte dazu, dass mit lautem Zischen ein Reifen platzte, als Andreas Lehniger mit seinen großen Gefährt in der engen und kurvigen Zufahrt rangierte. Der erfahrene Fahrer Andreas Knopf war dadurch vorgewarnt und schaffte es, die Kurve ohne Kontakt mit dem Bordstein zu bewältigen, aber zurücksetzen musste er auf der schmalen Fläche auch.

Für Gegenverkehr bleibt auf den meisten Straßen kein Platz, wenn ein Schwertransport unterwegs ist.

Die größte Herausforderung bestand für Knopf und seinen Schwertransport in der Lüdenscheider Topographie. Als er auf der Höh von der Herscheider Landstraße in die Paulmannshöher Straße einbog, die direkt wieder leicht abschüssig ist, setzte sein Fahrzeug auf. Da half es auch nichts, dass Bordsteine und Bürgersteig dort so abgedeckt waren, dass sie bequem überfahren werden konnten. Sein Vordermann musste zurücksetzen und ihn aus dieser misslichen Lage herausziehen. 

Auf der Höh kam die Abschleppkette zum Einsatz.

Nachdem die Abschleppkette montiert war, setzte sich der schwere Wagen mit einem heftigen Ruck wieder in Bewegung. Vor dem nächsten „Huckel“, wie Knopf es nannte, der unmittelbar an der Zufahrt zum Klinikum gelegen war, hielt er gebührenden Abstand, um seine Last mit mehr Schwung darüber hinweg zu bugsieren, was auch gelang.

Anlieferung der neuen OP-Teile für das Klinikum Lüdenscheid

Millimeterarbeit war an manchen Stellen auf dem Weg von der Anschlussstelle Lüdenscheid bis nach Hellersen gefragt. Schon das erste Abbiegen auf die Werdohler Landstraße zwischen Ampeln und Verkehrsinseln war mit den 31,5 Meter langen, 3,7 Meter breiten und 4,35 Meter hohen Fahrzeugen nur ganz vorsichtig zu bewältigen. Viel Verkehr war mitten in der Nacht nicht, so dass es durch den Transport zu keinen Behinderungen kam, denn meist blieb auch kein Raum für Gegenverkehr.

Bergig, kurvig und bisweilen eng: Immer wieder gab es Zwischenstopps, um die Situation zu analysieren.

Bis Samstag jede Nacht Schwertransporte

Noch bis zum Samstag werden jede Nacht Transporte durch Lüdenscheid rollen, um die weiteren Elemente für die OP-Säle zum Klinikum zu bringen. Doch die Herausforderungen beginnen weit früher. Wegen der noch breiteren Module stimmen Behörden und Spedition die Route individuell ab. Denn der Übergang von der A 4 zur A 45 dürfte wegen der engen Baustellenführung als Frachtweg nicht in Frage kommen. Dann, weiß Fahrer Andreas Knopf, muss die Kolonne erhebliche Umwege bis zum Zielort in Kauf nehmen.

Die Schwierigkeiten mit der Topographie der Bergstadt dürften indes nicht mehr so gravierend sein, weil die Auflieger an diesen Schwertransporten durch eine andere Technik bis zu 50 Zentimeter angehoben werden können, was die Gefahr des Aufsetzens deutlich reduziert.

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare