Mit modisch angesagter Latzhose auf der Theke im Old Forester

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Ausverkauft war der Dahlmann-Saal zur Old-Forester-Party.

Lüdenscheid - „Es war eine tolle Zeit, es war eine verrückte Zeit, es war unsere Zeit!“ Am 8. Januar 1969 wurde mit dem Old Forester die erste Disco in Lüdenscheid am Hülscheiderbaum eröffnet, und Inge Geier, die sich damals gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen im Alter von gerade mal Mitte 20 in die Selbständigkeit stürzte, denkt mit Begeisterung an jene Jahre zurück. Mit viel Eigenleistung, Enthusiasmus und geringen finanziellen Mitteln eröffnen die jungen Leute jene Lüdenscheider Kult-Disco, die in Erinnerung blieb und Geschichte schrieb – bis 1984 als Old Forester, danach noch weitere 13 Jahre bis 1997 unter dem Namen Le Jardin.

Mit der Old-Forester-Revival-Party ließ die Gaststätte Dahlmann am Samstag die Erinnerungen an das legendäre Old Forester wieder aufleben. Die Veranstaltung mit dem Betreiberehepaar sowie allen Old-Forester-DJ’s war ein voller Erfolg – der Dahlmann-Saal war bis 23 Uhr vollständig ausverkauft, erst danach wurden wieder neue Gäste eingelassen.

Los ging es nach der Eröffnung 1969 mit Walter Vanselow, der die komplette Technik installiert hatte, und, nachdem er gemeinsam mit dem Betreiber-Ehepaar in Dortmund ein erstes Sortiment an Platten besorgt hatte, auch auflegte. „Ich hatte für die Eröffnung sogar eine mechanisch betriebene Lichtorgel gebaut, die allerdings nach zwei Stunden erstmal den Geist aufgab“, erinnert sich Walter Vanselow schmunzelnd.

Ein Jahr später leisteten sich Inge und Jürgen Geier dann die erste elektrische Lichtorgel. Nachfolger von Vanselow am DJ-Pult war Jürgen Gade, der dafür bekannt war, nicht einfach nur Platten aufzulegen. Zur damals sehr beliebten Soul-Musik sprang Gade gerne mal, bekleidet mit einer damals modisch angesagten Latzhose, auf die Theke und ließ die Hüften kreisen. Nachfolgend standen dann Caesar, der bis heute in Lüdenscheid auch als Trödel-Profi bekannt ist, sowie Tommy Gnatowski am Plattenteller, beide nicht nur im Old Forester, sondern auch im Le Jardin. „Unser Einzugsgebiet umfasste damals nicht nur Lüdenscheid, sondern auch Meinerzhagen, Plettenberg, Schalksmühle und sogar Gummersbach und Dortmund“, erinnert sich Jürgen Geier. Das führte dazu, dass an manchen Freitagen mehr als 500 Gäste die Disco stürmten, für die es damals keine Polzeistunde gab. An Zank oder gar Schlägereien erinnerte sich kaum einer der Zeitzeugen auf der Old-Forester-Revival-Party. Dafür wurden viele amüsante Geschichten in Erinnerung gerufen wie diese von Jürgen Gade: „Um 19 Uhr kam samstags immer ein Bus mit Schwesternschülerinnen aus dem Schwesternhaus in Hellersen zu uns. Die mussten um 22 Uhr wieder im Heim sein, aber viele schlichen sich davon und waren dann gegen 23 Uhr wieder bei uns.“

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