Podiumsdiskussion zum Tag der Pflege

„Die Zeit, die bleibt – Leben gestalten bis zum Ende““

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Klaus Renzel hatte nicht nur die Moderation übernommen, zwischen den einzelnen Kurzvorträgen begeisterte er immer wieder mit aufheiternden oder nachdenklich machenden Einlagen.

Lüdenscheid - Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege hatten die Einrichtungen des Evangelischen Perthes Werks im Geschäftsbereich Süd am Donnerstag in das Dietrich-Bonhoeffer-Seniorenzentrum zu einer Veranstaltung „Die Zeit, die bleibt – Leben gestalten bis zum Ende“ mit anschließender Podiumsdiskussion eingeladen.

Das Thema stieß auf solch großes Interesse, das nicht nur nachbestuhlt werden musste, für zahlreiche Interessierte wurde das Geschehen über Leinwand in den Vorraum übertragen.

Es ging darum, auf die Bedürfnisse schwerstkranker Menschen aufmerksam zu machen, und ein Netzwerk zu schaffen, um noch intensiver arbeiten zu können.

Die wortlose Eröffnung erfolgte durch eine Pantomimen-Show von Klaus Renzel, der das Veranstaltungs-Thema treffend aufnahm und den Lebensweg der Menschen und die Aussicht auf das, was nach dem Tod erhofft wird, treffend darstellte. Der Improvisationskünstler hatte nicht nur die Moderation übernommen, zwischen den einzelnen Kurzvorträgen begeisterte er immer wieder mit aufheiternden Einlagen, auch musikalisch.

Die Frage, wie es mit dem Leben ausgehen soll, nahm Uwe Schulz, Journalist und Autor des Buches „Nur noch eine Tür – Letzte Gespräche an der Schwelle des Todes“ auf. Er warb für Patientenverfügungen: „In jeder Lebensphase gilt – die Zeit, die bleibt, ist heute angebrochen.“ Er lud ein, damit anzufangen, über die eigenen Bedürfnisse zu sprechen, Wünsche zu äußern, gerade für die letzte Lebensphase. „Eine Gebrauchsanweisung für das Sterben gibt es nicht, jeder hat seine eigenen Wüsche und sollte diese auch äußern.“ Er sprach über die Inhalte des Lebens und mahnte: „Tun Sie mehr für Ihre Mitmenschen, am Ende zählen nicht Karriere und Erfolge, sondern nur die Menschen, die man im Herzen hat.“

Rüdiger Schuch, Vorstandsvorsitzender des Perthes Werkes sprach über das Sterben und den Tod aus diakonischer Sicht. Er hatte sich Aussagen zum Thema gemacht, was Menschen vor ihrem Sterben noch machen möchten, sei es eine Versöhnung oder das Erfüllen eines Wunsches. Er sprach über die Würde des Menschen unter dem Aspekt des Christseins und über das Spannungsfeld, zum einen das Leben in den letzten Minuten mit Qualität auszustatten, zum anderen, über die Möglichkeit, sich beim Sterben helfen zu lassen. „Der Tod ist eine besondere Grenze, deshalb ist es wichtig Sterbende intensiv zu begleiten, aber auch lernen loszulassen.“

Dr. Thorsten Skodra, leitender Oberarzt der Palliativstation im Klinikum, sprach über den Alltag auf der Palliativstation; und der Altenaer Palliativmediziner Joachim Matuszewski referierte über die Anforderungen an eine Vernetzung in der Palliativen Pflege in den stationären Einrichtungen.

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