DAK-Gesundheitsreport: Frauen sind anders krank als Männer

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Dirk Heppe, Leiter DAK-Kundenberatung Märkischer Kreis, Auszubildende Jessica Hädicke und Dr. Rainer Quakulinski-Berninghoff stellten den Gesundheitsreport vor.

Lüdenscheid - Im Jahr 2015 wurde bei Frauen ein höherer Krankenstand als bei Männern verzeichnet. Das geht aus dem neuen DAK-Gesundheitsreport hervor, den Dirk Heppe, Leiter der Kundenberatung im Märkischen Kreis, Auszubildende Jessica Hädicke und Dr. Rainer Quakulinski-Berninghoff, Leiter des Arbeitsmedizinischen Dienstes Lüdenscheid, vorstellten.

In Sauerland und Siegerland kamen auf je hundert Versicherte bei den Frauen 1590,3 Arbeitsunfähigkeitstage verteilt auf 132 Fälle, bei den Männern waren es 1498,5 Tage auf 125,6 Fälle. Dr. Reiner Quakulinski-Berninghoff rückte drei verschiedene Erkrankungsarten in den Fokus, um deutlich zu machen, inwiefern sich das Kranksein je nach Geschlecht unterscheidet.

Fehlten Frauen je hundert Versicherte an 314,2 Tagen wegen psychischer Erkrankungen, waren es bei den Männern lediglich 200,9 Tage. Zwar seien von Suchterkrankungen mehr Männer betroffen, von Depressiven Störungen aber häufiger Frauen. „Man vermutet, dass die Zahlen so auch zustande kommen, weil Frauen geneigter sind, sich zu dieser Krankheit zu bekennen und sich an einen Arzt zu wenden“, sagte Quakulinski-Berninghoff. Und: „Männer outen sich eher mit einer Burn-Out-Diagnose.“ 

Ein weiterer Anhaltspunkt für Vergleiche waren gut- und bösartige Neubildungen im Körper. Auch dabei seien Frauen führend, was allerdings an den verschiedenen Krebsarten liege. „Der häufigste Krebs bei Männern ist der Prostata-Krebs, der kommt meist aber erst im Rentenalter, weshalb diese Fälle nicht in unserer Statistik auftauchen. Bei Frauen ist Brustkrebs die Krebsart, die auch schon früher – im erwerbsfähigen Alter – auftritt.“

Einzig bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen lägen die Männer klar vorn. Herzinfarkte, Schlaganfälle und Bluthochdruck seien da Beispiele. „Ein Grund könnte unter anderem sein, dass die Raucherquote bei Männern höher ist.“ Für den Report haben die DAK und das Forschungsinstitut Iges Prozessdaten der Krankenkasse ausgewertet sowie Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren online befragt. Hinzu kamen Expertenbefragungen sowie Literaturanalysen. Die Aufbereitung der vorliegenden Zahlen diene dazu, herauszufinden, an welcher Stelle Handlungsbedarf sei, sagte Dirk Heppe. „Wir schaffen entsprechende Angebote – etwa eine Sprechstunde mit Ärzten per Video-Chat über unsere Homepage.“ Auf dieser (www.dak.de) ist der Report einzusehen.

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