Musik für Familie und Freunde

Big Daddy Wilson und seine Musiker spielten wegen des schlechten Wetters im Kulturhaus auf. - Fotos: Othlinghaus

Lüdenscheid - Und wieder musste eine Veranstaltung aufgrund des schlechten Wetters von der Waldbühne ins Kulturhaus verlegt werden: Blues-Musiker Big Daddy Wilson und im Anschluss die Jazz-Fazz-Bigband aus Hemer traten im oberen Foyer auf. Dennoch waren zahlreiche Blues- und Jazzfans zur Veranstaltung des Jazzclub Lüdenscheid in Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus gekommen, die den Musiker teilweise schon vor Jahren im Rahmen der Jazz-Gala im Mercure-Hotel erlebt hatten.

Diesmal hatte Big Daddy Wilson nicht nur seinen neuen Longplayer „Time“ im Gepäck, aus dem er im Laufe seines gut zweieinhalbstündigen Programms zahlreiche Stücke spielte, sondern brachte zur Verstärkung auch die beiden Musiker Cesare Nolli (Gitarre) und Paolo Legramandi (Bass) mit. Gemeinsam ließ das Trio mit dem nicht nur äußerlich, sondern auch stimmlich an Ray Charles erinnernden Wilson in der Mitte am Schlagzeug das Herz eines jeden Blues-Fans höher schlagen.

Mit lockerem Groove forderte der Musiker in „Wake Up“ dazu auf, aufzuwachen, bevor es im Leben zu spät ist. Mit „Drop Down Here“ folgte ein rhythmischer, intensiv gesungener Blues. Groovig und funkig ehrte Big Daddy Wilson seine Mutter mit dem Song „Miss Dorothy Lee“, der das Bild einer agilen, patenten Frau zeichnet. Den wunderschönen, lupenreinen Country-Song „Anna Mae“, bei dem Gitarrist Cesare Nolli mit intensiven Westerngitarren-Klängen glänzte, schrieb Wilson für seine Frau. Und mit „Mississippi John“ huldigte Wilson seinem Freund und Kollegen, dem US-Singer-Songwriter Eric Bibb, mit dem er diesen Titel normalerweise gemeinsam interpretiert.

Abschließend legten die drei Musiker nach lang anhaltendem Applaus noch ein Medley mit immer wieder gern gehörten Songs aus der Soul-Ecke nach.

Im Anschluss kamen die Big-Band-Fans auf ihre Kosten. Die Jazz-Fazz-Bigband unter der Leitung von Andreas Ruhnke war aus Hemer angereist und hatte beliebte Evergreens und Jazz-Standards, aber auch viele nicht so oft gespielte Werke im Gepäck. Zum Beispiel den Bigband-Schlager „Opus One“ aus den 60er-Jahren, dessen Melodie viele noch im Ohr haben, oder „The Reet Petite“ von Jacky Wilson von 1956, dem man die Übergangszeit vom Bigband- zum Rock’n Roll-Sound deutlich anhört. Glen Millers „Chattanooga Choo Choo“ fehlte nicht, aber auch hierzulande eher weniger bekannte Lieder stellten die Musiker vor. Französisch ging es dann bei der Big-Band-Variante von Maurice Cevaliers „C’est si bon“ zu.

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