Verkaufsoffene Sonntage: Lüdenscheid gut aufgestellt

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Eisbahneröffnung und verkaufsoffener Sonntag – diese Kombination steht am ersten Novemberwochenende an.

Lüdenscheid - Wer dabei ist, macht sich bekannt. Das gilt für viele Bereiche – und erst recht für den Handel. Verkaufsoffene Sonntage gelten als geeignete Plattform, um den Kunden mal abseits vom Alltagsstress in die City und damit in die Geschäfte zu locken. Doch in vielen Städten wackeln die Konzepte nach Gerichtsurteilen. Lüdenscheid hingegen sieht sich gut positioniert.

André Westermann als Geschäftsführer des Lüdenscheider Stadtmarketings (LSM) hält den verkaufsoffenen Sonntag gerade mit Blick auf den zunehmenden Online-Handel für unverzichtbar: „Sie sind lebenswichtig für den Einzelhandel, denn sonst geht es mit den Innenstädten weiter bergab.“ Für dieses Jahr, ergänzt Stadtmarketing-Kollegin Marit Schulte, sind noch zwei Aktionstage vorgesehen. Traditionell am 1. Novemberwochenende wird es parallel zu den Ladenöffnungen einen Handwerkermarkt und die Eröffnung der Eisbahn geben. Im Dezember folgt ein Aktionstag mit dem Weihnachtsmarkt.

Gerade die Programmpunkte einzelner Städte haben die Richter des Oberverwaltungsgerichts (OVG) zerpflückt. Zwar erlaubt das Ladenöffnungsgesetz NRW zu besonderen Anlässen einen Verkauf am Sonntag, aber nur dann, „wenn die Ladenöffnung gegenüber der Veranstaltung eine untergeordnete Bedeutung habe“. Soll heißen: Die Magnetwirkung für den Gang in die Stadt muss von einem attraktiven Programm ausgehen. Deswegen ließen kürzlich große Einkaufszentren in Bochum und Dortmund die Rollläden unten. Die um die Läden geplanten Feste und Märkte waren nur optisches Beiwerk, im Mittelpunkt stand das Einkaufserlebnis. Genau das wollten die Richter nicht.

Am 6. November, einem Sonntag, gehen in Münster die Bürger auf die Straße – aber nicht zum Einkaufen, sondern zum Wahllokal. Per Bürgerentscheid stimmen sie über die Zukunft der verkaufsoffenen Sonntage ab.

Aus Westermanns Sicht haben die Lüdenscheider Aktionen bereits eine Sogwirkung entwickelt: „Sogar der Knapp hat sich erstmalig beteiligt.“ Die Geschäfte seien überwiegend zufrieden, aber es gebe auch noch „Luft nach oben“. Die Programmgestaltung erfolge in enger Abstimmung mit dem Handel. „Wir dürfen uns dieser Chance nicht berauben.“

Mit vier verkaufsoffenen Sonntagen konzentriere sich die Stadt auf ein „moderates Maß, das jeder mittragen kann“, so Marit Schulte. Fürs kommende Jahr ist die Bewerbungsfrist für Veranstalter bereits beendet.

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