Reaktion auf Amoklauf in München 

Center verstärkt Wachpersonal

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Christian Ehm, Thomas Lierhaus und Martin Kleier (von links) gehören zum schwarz gekleideten Sicherheitsdienst des Stern Centers. Manager Torsten Schulze (2. von rechts) sieht das Team als Ansprechpartner für die Kunden.

Lüdenscheid -  „Wir wollen Präsenz zeigen und unseren Kunden ein höchstmögliches Gefühl an Sicherheit geben“, erklärt Torsten Schulze, Manager des Stern-Centers. Nach dem Amoklauf von München hat das Einkaufszentrum sein Wachpersonal erhöht.

Das Stern-Center in Lüdenscheid gehört zur Hamburger Unternehmensgruppe ECE, die bundesweit rund 100 Häuser betreibt, darunter auch das Olympia-Einkaufszentrum, in dem sich am Freitag der Amoklauf ereignet hatte. „Wir stehen in engem Kontakt mit der örtlichen Polizei“, sagt Torsten Schulze. Aber nicht erst seit dem Wochenende. Die Kooperation sei schon immer sehr gut gewesen.

„Im vergangenen Herbst haben wir in einem ersten Schritt die Zahl der Sicherheitskräfte erhöht, seit dem Wochenende wurden die Vorkehrungen noch einmal verschärft“, erläutert der Center-Manager das Vorgehen. Zu weiteren Details, zum Beispiel über die Zahl der eingesetzten Mitarbeiter auf den vier Verkaufsebenen, will sich Schulze nicht äußern.

Mit der Verstärkung des Wachdienstes hat es parallel auch einen optischen Wandel gegeben. Das Personal trägt schwarze Hosen und schwarze Hemden. Ein weißer Schriftzug „Sicherheit“ weist auf das spezielle Aufgabengebiet der Angestellten hin. Seit rund drei Monaten patrouillieren sie in der schwarzen Uniform durchs Center. Bewaffnet sei das Team, das in der nächsten Woche um eine Kollegin ergänzt wird, aber nicht, stellt Schulze klar.

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Das einheitliche und auffällige Erscheinungsbild komme bei den Kunden ausgesprochen gut an, hat der Center-Manager aus verschiedenen Reaktionen erfahren. Vor dem Kleidungswechsel sei das Personal unauffällig mit Anzug und Krawatte unterwegs gewesen. „Da wusste niemand so genau, ob da gerade der Center-Manager, der Banker in seiner Mittagspause oder ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes durch die Passage geht. Das Konzept haben wir von Grund auf verändert. Die Mitarbeiter werden deutlich häufiger als früher von Kunden angesprochen.“

„Unsere Hauptaufgabe ist, deeskalierend einzugreifen. Durch ruhiges Auftreten wird eine Situation schon oft entschärft“, sagt Sicherheitsdienst-Mitarbeiter Thomas Lierhaus. Zwölf Mal im Jahr wird das Personal durch das ECE zu ganz unterschiedlichen Themenbereichen geschult. „Das Team sieht sich als Gesprächspartner für Besucher und Mitarbeiter des Stern-Centers.“

„Wenn solche Maßnahmen das subjektive Sicherheitsgefühl des Kunden verstärken, dann begrüßen wir das Konzept natürlich“, sagt Polizeisprecher Dietmar Boronowski. Gerade wegen der aktuellen Nachrichtenlage komme es darauf an, die Menschen zu beruhigen.

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