Brügger wollen Namen ihres Bahnhofs erhalten

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Das Thema bewegt die Menschen: Rund 35 Bürger waren zu einem Protest-Treffen gegen die Umbenennung des Brügger Bahnhofs erschienen. Der Vorschlag der Stadtverwaltung ist für sie nicht nachvollziebar.

Lüdenscheid - Der Brügger Bahnhof steht bekanntlich vor gravierenden baulichen Umwälzungen. Da könnte man die angepeilte Änderung des Stationsnamens auf den ersten Blick vielleicht als Nebensache abtun. Doch im Stadtteil sorgt das Thema für emotionale Aufwühlung.

Viele Menschen von der Volme trifft der Vorschlag der Stadtverwaltung, den Bahnhof mit seinem traditionsreichen Namen Brügge (Westf) in Lüdenscheid-Brügge umzubenennen, offenkundig ins Mark. Zu einem Protest gegen den Verwaltungs-Vorstoß waren jedenfalls rund 35 spürbar berührte Bürger erschienen. Eingeladen zu dem Treffen hatte die Brügger Ratsfrau Heidi Skorupa. Die fühlte sich angesichts dieser Resonanz in ihrem Engagement bestätigt.

Bürgermeister Dieter Dzewas hatte die Teilnahme an der Zusammenkunft allerdings abgesagt. Keinerlei Reaktion kam laut Heidi Skorupa vom ebenfalls eingeladenen Martin Bärwolf, Leiter des städtischen Fachbereichs Planen und Bauen. „Von ihm habe ich überhaupt nichts gehört“, teilte Skorupa den Anwesenden mit.

Verständnis für die angepeilte Namensänderung brachte an diesem Abend niemand auf. Unterschriftenlisten kreisten, viele pochten entschieden auf Beibehaltung des historischen Bahnhofsnamens. „Brügge in Westfalen ist ein bekannter Begriff in der Eisenbahn-Welt“, befand ein Bürger.

Und Skorupa erhielt viel Zuspruch, als sie ihre Sicht der Dinge so formulierte: „Es gibt keinen Grund für die Umbenennung, die Brügge ein Stück Identität nehmen würde.“ Brügge galt einst als sogenanntes „Eisenbahner-Dorf. Fast jeder Zweite, so erinnert sich ein Anwohner, „hat hier früher bei der Bahn gearbeitet.“

Dazu kommt noch: Manche Brügger haben die Vereinigung Brügges mit der Stadt Lüdenscheid vor knapp 50 Jahre bis heute offenbar nicht recht verwunden. Darauf ließ auch ein Kommentar eines enttäuschten Volme-Anwohner schließen. Seine Worte: „Man hat uns ja schon alles genommen. Warum jetzt auch noch den Namen unseres Bahnhofs?“

Die Umbenennung wird am Mittwochabend auch Thema im Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt sein.

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