„Hier gibt es kein Leben mehr“

Brügger Vereinshalle: Unsichere Zukunft

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Das Lächeln mag täuschen: Ganz zuversichtlich können die Vorständler Helmut Wehberg, Manfred Dellmann, Jörg Skorupa und Annette Prusseit (von links) wohl nicht in die Zukunft blicken.

Lüdenscheid - Plötzlich herrschte Schweigen im Raum. Der Grund dafür: Torsten Franke, Vertreter des Sportvereins TuRa Brügge, hatte bei der Jahreshauptversammlung der Trägergemeinschaft der Brügger Vereinshalle soeben etwas höchst Unangenehmes zur Zukunft des Saalbaus an der Volme gesagt.

Und kaum einer mochte ihm vom Grundsatz her widersprechen. Frankes Worte: „Wir halten die Halle doch künstlich am Leben – damit andere ihre Hochzeit dort feiern können. Es geht nur noch mit Fremdvermietungen. Eigene Anmietungen durch die Brügger Vereine kommen nur noch selten vor. Hier gibt es kein Leben mehr.“

Mit dem drastischen Urteil legte Franke den Finger in die Wunde. Denn die Situation der Brügger Halle löst bei Vereinen und Bürgern in dem Stadtteil schon länger Unbehagen aus Die offenkundige Krise war auch Thema einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Trägergemeinschaft im April.

Die Zusammenhänge: Die Brügger Halle ist seit fast 40 Jahren einer der großen Veranstaltungsorte in Lüdenscheid und bietet Platz für bis zu 350 Menschen. Das Gebäude gehört der Stadt, für den Betrieb sind die Brügger Vereine zuständig, die sich im Jahr 1978 zu einer Trägergemeinschaft formiert haben.

Das Problem: Ein so intensives Vereinsleben wie einst gibt es in Brügge nicht mehr. Derzeit zählt die Trägergemeinschaft noch 13 Vereine. Von denen nutzen aber nur vier – so die Botschaft bei der Versammlung – die Halle für eigene Veranstaltungen. Die große Mehrzahl der Feiern sind Fremdvermietungen. Doch auch die reichen nicht immer zur Deckung der Kosten aus. So wie 2015, als der Vorstand der Trägergemeinschaft ein Minus von rund 9000 Euro verbuchen musste.

Mittlerweile habe sich die Lage aber beruhigt, wie Helmut Wehberg, Vorsitzender der Trägergemeinschaft, kundtat: „Für das kommende Halbjahr ist die Halle fast ausgebucht. Wir hoffen, dass das so weitergeht.“ Kurz nach diesem Statement meldete Torsten Franke besagte grundlegende Bedenken an.

Die zogen sich dann wie ein roter Faden durch den Verlauf des Treffens. Die Vorwürfe immer wieder: zu wenig Engagement der Vereinsakteure, zu geringe Eigenleistungen rund um die Halle. Dazu Schriftführer Jörg Skorupa: „Das muss sich unbedingt ändern.“

Wehberg und Skorupa bilden zusammen mit Technik-Leiter Manfred Dellmann und Kassiererin Annette Prusseit auch künftig den geschäftsführenden Vorstand der Trägergemeinschaft. Den Verbleib im Amt knüpften sie aber auch an mehr Unterstützung aus den Vereinsreihen.

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