Die Botschaft der Neuzeit

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Rosen gab's es am Mittwochabend aus den Händen von Direktor Dieter Utsch. Er bedankte sich beim Ensemble des „bretterhauses“ und den beiden Regisseurinnen.

Lüdenscheid - Friedrich Schiller wählte dereinst die finsteren Schluchten des Böhmerwalds als Schauplatz für seine „Räuber“. Für die eigenwillige Umsetzung des Dramas wählte das „bretterhaus“-Ensemble des Bergstadtgymnasiums am Mittwochabend die Kulturhausbühne. Frei nach Schiller zeigten die Schüler „Gefängnisse des Lebens“.

Die modernisierte Version des Dramas bietet das weibliche Gegenstück. Aus dem fränkischer Grafen Maximilian Moor wird Mutter Moor, die Söhne Karl und Franz verkörpern die Schwestern Charlotte und Franziska. Die eine intrigant und von Egoismus zerfressen, die andere die Rädelsführerin einer weiblichen Räuberbande.

Schillers ohnehin textlastiges Frühwerk verlangte den Laiendarstellern Einiges ab, tröpfelte da bereits 1782 die Handlung eher bildkarg dahin. Die Schüler setzten das Stück auf einer zweigeteilten Bühne um – links Mutter Moor als Schriftstellerin mit Laptop, rechts die Räuber(innen) auf Europaletten.

Ein Jahr lang studierten die Schüler die Schiller’schen Charaktere, die Botschaft des Dramas und eine Vielzahl an Worten ein. Das Original wurde originell mit neuzeitlichen Anspielungen durchsetzt zwischen Hartz IV, Hausbesetzern und der Produktion von Kleidung in Asien – „Che Guevara ist tot, Amy Winehouse auch“. Und doch verloren die neuzeitlichen Räuberinnen nie den Bezug zur eigentlichen Botschaft.

Nach eineinhalbstündiger Spielzeit gelang ihnen sogar ein anderes, versöhnlicheres Ende. Welches? Nun, eine weitere Aufführung an gleicher Stelle beginnt am Donnerstagabend um 19.30 Uhr. Karten kosten an der Theaterkasse fünf, zehn und 20 Euro plus Gebühr.

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