Düsseldorf als Brennpunkt

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Heinz Wever, Parasitenzug, Tempera auf Holz und in Privatbesitz in Werdohl: Das Werk steht im Mittelpunkt der ersten Veranstaltung im Begleitprogramm der Ausstellung.

Lüdenscheid - Eine thematische Sonderführung ist die erste Veranstaltung des Begleitprogramms zur Ausstellung „Heinz Wever 1890-1966 Illustration – Propaganda – Porträt“ am kommenden Sonntag, 5. Juni, ab 18 Uhr in den Museen der Stadt. Die Kunsthistorikerin Dr. Carolin Krüger-Bahr erläutert Wevers Frühwerk unter besonderer Berücksichtigung des „Parasitenzuges“ (1924/25).

In der Vortragsführung stehen die frühen, zumeist wenig bekannten oder bisher noch nie gezeigten Arbeiten des jungen Studenten Heinz Wever an der Düsseldorfer Kunstakademie im Mittelpunkt. Dr. Carolin Krüger-Bahr wird in einer kleinen Einführung das gesellschaftliche und künstlerische Umfeld vorstellen, das den Maler in der rheinischen Metropole erwartete. Deutlich wird erst dann, in welcher Weise Wever seinen Weg als Kunstschaffender begonnen hat, bevor in weiteren Veranstaltungen zur Ausstellung dem weiteren Werdegang Wevers nachgespürt werden soll.

„Düsseldorf war um 1910/12 ein Brennpunkt“ (Beate Wismer) – also gerade in der Zeit, als Wever 1911 an die dortige Akademie ging, um sein Kunststudium aufzunehmen.

Die rheinischen Expressionisten, der so genannte Sonderbund, sowie die jungen Kunstschaffenden der Akademie und deren Umfeld trugen zu einer künstlerischen Aufbruchstimmung bei, der sich auch Wever nicht zu entziehen vermochte. Seine zahlreichen Kontakte zu Mitstudenten und Künstlerkollegen beeinflussten seine Bild- und Formensprache. Neben dem großen Werk „Parasitenzug“ gibt es weitere „moderne“ Arbeiten, die bisher mit dem Gesamtwerk des Sauerländers nicht in Verbindung gebracht wurden.

Die reguläre öffentliche Sonntagsführung findet wie an jedem Sonntag ab 15 Uhr statt und wird von Museumsleiter Dr. Trox begleitet.

Das erste Wochenende der Ausstellung nutzte auch Michael Wever, Sohn des Künstlers, um nach dem Trubel des Eröffnungstages eine Woche zuvor, in Ruhe durch Geschichtsmuseum und Galerie zu gehen und sich die Präsentation noch einmal mit mehr Zeit anzusehen. Er war dazu eigens aus Marburg angereist und hatte auch gleich Freunde mitgebracht, denen er die Arbeit und das Leben seines Vaters näher brachte. Denn zu vielen der ausgestellten Werke hatte Michael Wever etwas zu erzählen, sei es aus den Erinnerungen der Familie oder weil er während der Vorbereitung in den vergangenen zwei Jahren immer wieder mit dem Team des Museums in Kontakt stand.

Christine Grundmann, Liane Krannich und Chitou Rachidi, letzterer aus dem westafrikanischen Benin, waren sichtlich angetan von der Ausstellung, und auch Michael Wever selbst äußerte sich voll des Lobes über die Art und Weise, wie Leben und Werk seines Vaters Heinz Wever analysiert und präsentiert werden – sowohl in der Ausstellung als auch im Begleitband.

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