Ausstellung mit Erstausgaben zum Tag des (freien) Buches

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Leihgeber Horst Kamps, Büchereileiterin Dagmar Plümer und Mitarbeiter Bernd Henrichs (von links) laden zur Eröffnung der Ausstellung zum Tag des (freien) Buches am Dienstag ein.

Lüdenscheid - Autoren wie Erich Kästner, Thomas und Heinrich Mann, Anne Seghers, Erich Maria Remarque – nicht wegzudenken aus der deutschen Kulturgeschichte. Und doch waren es ihre Werke, die wie die vieler anderer von den Nationalsozialisten verbrannt wurden. Der Tag des (freien) Buches am 10. Mai erinnert an die Bücherverbrennungen 1933. In der Lüdenscheider Stadtbücherei wird dazu eine Ausstellung gezeigt.

Erstmals werden in Lüdenscheid Original-Erstausgaben von verbrannten und verfemten Werken gezeigt. Sie stammen aus der Privatsammlung des Lüdenscheiders Horst Kamps. Er wird selbst bei der Ausstellungseröffnung am Dienstag ab 17 Uhr in der Stadtbücherei dabei sein und gegebenenfalls Fragen zu seiner Sammlung beantworten.

Während die Sammlerstücke in einer Vitrine ausgestellt werden, ergänzt die Stadtbücherei die Präsentation um ausleihbare Bücher aus dem Bestand, die ebenfalls auf der Liste der aussortierten Literatur der Nationalsozialisten standen. Einige der Titel, die Kamps aus seiner Sammlung zeigt, sind in neueren Ausgaben ebenfalls dabei. Außerdem werden einige Plakate, die über die Bücherverbrennungen informieren, aufgestellt.

Leihgeber Horst Kamps war Lehrer unter anderem für Deutsch am Altenaer Burg-Gymnasium und am Studienseminar. Schon während des Studiums befasste er sich mit der von den Nationalsozialisten als „undeutsch“ bezeichneten Literatur. Viele der betroffenen Werke sind Teil seiner umfangreichen Büchersammlung, darunter eben auch einige Erstausgaben, die er in der Bücherei zeigt. Zu sehen sein wird die Ausstellung bis zum 28. Mai.

In diesem Rahmen wird es am Samstag, 14. Mai, im Saal der Bücherei Lesungen zum Tag des (freien) Buches geben. Schüler und Schülerinnen des Bergstadt-Gymnasiums werden wie im vergangenen Jahr aus verbrannten Buchtiteln lesen. Die Bücher suchen sie sich selbst aus – damit überraschen sie ihre Zuhörer. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr und wird musikalisch begleitet von Christoph Schlesinger am Saxofon und Dagmar Plümer am Klavier.

Die öffentlichen Bücherverbrennungen waren der Höhepunkt der sogenannten Aktion wider den undeutschen Geist, die kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 ihren Anfang nahm. Federführend bei der Verbrennung von Werken vor allem jüdischer, pazifistischer und linker sowie weiterer politisch unliebsamer Schriftsteller war der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB). Daher fanden die Aktionen vor allem in deutschen Universitätsstädten statt.

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