Ausstellung „Abgestempelt - Judenfeindliche Postkarten“ eröffnet

Die Ausstellung „Abgestempelt - Judenfeindliche Postkarten“ wurde am Donnerstag im Bürgerforum des Rathauses eröffnet und ist noch bis zum 2. September zu sehen.

Lüdenscheid - Schon viele Jahre gibt es die Wanderausstellung „Abgestempelt – Judenfeindliche Postkarten“ und sie hat in ihrer Form doch nicht an Aktualität verloren.

Seit 2500 Jahren gebe es den Antisemitismus und habe die Geschichte Europas über weite Strecken begleitet bis hin zum Genozid an sechs Millionen Juden. „Sie wurden als Feinde der Menschheit bezeichnet. Der Antisemitismus hat in letzter Zeit wieder zugenommen, wobei der Judenhass besonders in rechtsradikalen Kreisen geschürt wird“, betonte Hella Goldbach, Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lüdenscheid.

Rolf Breucker vom Gedenkzellen-Verein eröffnete am Donnerstag die Ausstellung im Bürgerforum, nachdem zuvor die stellvertretende Bürgermeisterin Verena Kasperek, Jutta Spoden von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und Dr. Ulrike Schrader, Leiterin der Begegnungsstätte „Alte Synagoge“ in Wuppertal, Grußworte gesprochen hatten. Kasperek machte deutlich, dass die Postkarten das erste moderne Massenmedium gewesen sei, mit dem Hass und übelste Diffamierungen in einer harmlos wirkenden Darstellung verbreitet worden seien. Heute geschehe das zum Teil über die sogenannten sozialen Netzwerke wie Facebook.

Jutta Spoden von der Bundeszentrale, die die Ausstellung, die bis zum 2. September im Bürgerforum zu sehen ist, präsentiert, erklärte: „Stereotypen haben wir alle im Kopf, um komplexe Zusammenhänge zu erklären. Übertragen wir sie aber unreflektiert auf Einzelpersonen werden sie zum Vorurteil zementiert.“ Die Ausstellung zum Antisemitismus wolle daher zum Nach- und Mitdenken anregen.

Dr. Ulrike Schrader sagte, durch Geschichte lasse sich etwas erklären und auch aufklären. Über judenfeindliche Postkarten sei Ende des 19. bis ins 20. Jahrhundert in millionenfacher Auflage der damals konsensfähige Antisemitismus offen verschickt worden. „Aus den Erkenntnissen können wir etwas lernen.“ Yasmin Alijah sorgte mit dem von ihr parodierten „Borkum-Lied“ und ihrer Komposition „Verfolgung“ für den musikalischen Rahmen der Ausstellungseröffnung.

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