Karriere und Zukunft

6. Ausbildungsmesse im Kulturhaus: ein Rundgang

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Am Stand von „di-soric“ mit Niederlassung in Lüdenscheid gibt’s ein Wurfspiel. Sensoren im Rahmen erkennen die Position des Balls.

Lüdenscheid - Am Mittwoch fand die 6. Ausbildungsmesse im Kulturhaus statt. Unternehmen aus Lüdenscheid und Umgebung nutzten die Gelegenheit, mit Schülern in Kontakt zu kommen – und umgekehrt. So rückte der Übergang von der Schule zum Beruf für viele in greifbare Nähe. Ein Rundgang:

Am Stand der Dachdecker-Innung Lüdenscheid geht’s staubig zu. Schüler bearbeiten mit Hämmern Naturschiefer-Platten. Mit Feingefühl und wohldosierter Kraft entstehen verschiedene Formen – Herzen etwa oder aus Animationsfilmen bekannte Minions.

Dachdecker Timo Kösters erklärt den beiden RSR-Schülern Luca Ignatzek und Florian Hasek, an welcher Stelle der Hammer am besten angesetzt wird und wie die Bewegungen ablaufen, assistiert ihnen und zeigt, wie’s der Profi macht.

Messe statt Kulturhausbetrieb

Ein ganz anderes Handwerk gibt’s unterdessen dort zu sehen, wo sich sonst Kulturprogramm abspielt – auf der großen Bühne im Kulturhaus. Hier haben unter anderem die Friseur-Betriebe Schwabbauer und Figaro ihre Stände.

Ausbildungsmesse im Kulturhaus Lüdenscheid

Zdenka Schwabbauer dreht Locken im Akkord – und Jasmina Raese aus der Klasse 9b der Theordor-Heuss-Realschule darf auch mal ran an den Kopf ihrer Freundin Julia Krause.

Ein neuer Haarschnitt für Matthias Reuver

Luca Ignatzek (Mitte) bearbeitet eine Naturschiefer-Platte. Sein Kumpel Florian Hasek (rechts) hörte aufmerksam zu, was Timo Kösters erklärte.

Die erzählt derweil munter: „Ich hoffe, dass ich hier auf der Messe etwas finde, das ich machen möchte. Im Moment interessiere ich mich für Fotografie und Journalismus, aber das kann sich auch noch ändern.“ Von ihren langen blonden Haaren kommt nichts ab. Ganz anders geht es da Matthias Reuver am Figaro-Stand. Nach bald einem Jahr ohne Friseurbesuch muss die „Mähne“ ab – und Eva Papadopoulou, Auszubildende im dritten Lehrjahr, verpasst dem städtischen Fachbereichsleiter Jugend, Bildung und Sport eine neue Frisur. „Die Ohren frei, aber kein Stoppelschnitt“, so lautet sein Wunsch. Gesagt, getan.

Dartspiel mit Sensortechnik

Ein Stückchen weiter drängen sich Neugierige um die Auszubildenden des Sensor-Herstellers „di-soric“ mit Niederlassung in Lüdenscheid. Jamy Sukup, angehender Industriemechaniker, zeigt ein eigens für die Ausbildungsmesse gebautes Wurfspiel mit Sensortechnik.

„Nach der Messe im letzten Jahr haben wir Azubis gedacht, wir müssen uns mal was einfallen lassen. Und da haben wir ein Dartspiel aus Sensoren gebaut.“ Die Sensoren erkennen, an welcher Stelle der Ball durch einen Rahmen fliegt. Je nach Position gibt’s Punkte – wie beim Dart in der Mitte die meisten.

"Die Messe ist wichtig für uns"

Faszinierend blau schimmert ein Kupferbad der Firma Metoba. Pascal Weigand und Justin Schmidt, Schüler der Hauptschule Stadtpark, lassen sich von den angehenden Oberflächenbeschichtern Suzan Ulucam und Veit Welzholz detailliert erklären, wie Kontakte für die Automobil- und Elektroindustrie beschichtet werden.

Suzan Ulucam und Veit Welzholz (rechts) sprechen am Metoba-Stand mit Pascal Weigand und Justin Schmidt (Zweiter von rechts).

Metoba-Ausbildungsleiter Tino Pulios sagt: „Der erste Kontakt zu Veit Welzholz ist zum Beispiel auf der Ausbildungsmesse 2015 entstanden. Das zeigt, dass es eine sehr wichtige Messe für uns ist.“ Auch Pascal Weigand und Justin Schmidt, beide 15 Jahre alt, sind angetan. „Wir wollen eigentlich Kfz-Mechatroniker werden. Aber es sieht interessant aus hier.“

Konkrete Vorstellung: Psychologie und Wirtschaft

Am Stand der Märkischen Gesundheitsholding liegt eine Puppe im Krankenbett – und drum herum versammeln sich Schüler mit ganz unterschiedlich konkreten Vorstellungen vom späteren Berufsleben.

 „Ich möchte Psychologie im betriebswirtschaftlichen Bereich studieren“, ist sich Sharice Oberschür sicher. „Ich habe schon Praktika beim Roten Kreuz und in der Psychotherapie gemacht. Aber mir geht das Menschliche oft nah. Deshalb möchte ich in den betriebswirtschaftlichen Bereich – nicht zu nah dran, mit dem Blick aufs große Ganze“, erklärt die 18-Jährige im Gespräch mit der Pflegewissenschaftlerin Kerstin Wirth.

Schüler orientieren sich und festigen einen Berufswunsch

So weit das Auge über das Messegeschehen blickt – Scharen von Schülern lassen sich inspirieren, suchen nach Orientierung, knüpfen Kontakte und festigen einen ersten Berufswunsch.

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