Jörn Hevendehl stellt Nachhaltigkeitsbericht 2015 für die märkischen Wälder vor

„Die Architekten des Waldes“

40 Lastkraftwagen beladen mit Holz werden täglich in den märkischen Wäldern geerntet, beschreibt Jörn Hevendehl den Umfang.

Lüdenscheid - Jörn Hevendehl beginnt die Vorstellung des Nachhaltigkeitsberichts 2015 des Landesbetriebes Wald und Holz Nordrhein-Westfalen mit einem interessanten Vergleich: „Kanadas Wälder sind weiter, die märkischen Wälder dafür näher.“

Damit hebt der stellvertretende Leiter des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland an der Parkstraße hervor, dass die „Schatzkammer Märkischer Wald“ direkt vor unserer Haustür liegt. Der aktuelle Bericht ist vom Landesbetrieb Wald und Holz erarbeitet worden und bietet auf 100 Seiten Daten und Fakten zum Wald in ganz Nordrhein-Westfalen.

Im Märkischen Kreis sind 56.000 Hektar Fläche oder 52 Prozent bewaldet. Der Wald besteht zu 52 Prozent aus Nadelhölzern, der Rest sind Laubbäume. Als vor knapp zehn Jahren der Orkan Kyrill über NRW hinwegfegte, wurden 5.000 Hektar Wald beschädigt. 

Die Pflege der betroffenen Flächen durch Naturverjüngung und Wiederaufforstung ist daher ine der Hauptaufgaben. „Wir stellen uns da breiter auf mit acht statt vier Hauptbaumarten. Sie können den Stress langer Trockenphasen besser überwinden. Das sind zum Beispiel Douglasien, Küsten- oder Weißtannen.“

Aus dem Bericht geht hervor, dass sich mehr als 80 Prozent der heimischen Waldfläche im Eigentum privater Waldbesitzer befindet. Kein Wunder, dass der Schwerpunkt der 33 Beschäftigten des Regionalforstamtes an der Parkstraße die Beratung der vielen Kleinprivatwaldbesitzer im Märkischen Kreis ist. Der durchschnittliche Besitzer verfügt über 10 Hektar Wald. Zwei Drittel der Waldeigentümer sind bereits Mitglied in einer der kreisweit 19 Forstbetriebsgemeinschaften. 

Jede dieser Gemeinschaften hat einen Beratungsvertrag mit dem Regionalforstamt. Für Jens Hevendehl ein Erfolgsmodell: „Heute vertrauen rund 3000 Waldbesitzer auf das Know-how der 17 Revierförster und des Forstamtsteams. Die Architekten der Wälder sind die Förster, deren Einsatz oft weit über die normale Arbeitszeit hinausgeht.“

Weitere Erkenntnis des Berichts: Jahr für Jahr produzieren die kreisweiten Wälder rund 200.000 Kubikmeter verkaufsfähige Holzsortimente. Täglich 40 Lkw beladen mit Rundholz fahren in die benachbarten Sägewerke im Hochsauerland. Nirgends sonst in Europa sei die Dichte an leistungsfähigen Sägewerken größer. Den jährlichen volkswirtschaftlichen Umsatz beziffert Hevendehl mit 180 Millionen Euro. Ingesamt 25 Prozent aller Beschäftigten im Hochsauerlandkreis arbeiten im Forst- und Holzsektor. 

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