Duin fordert lokale Konzepte

Alle wollen schnelles Internet: Diskussion mit Minister in Lüdenscheid

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Lüdenscheid/Kreis MK - Alle wollen ein schnelles Internet, doch der Weg dahin ist nicht leicht. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin forderte am Mittwoch in einer Podiumsdiskussion mit Experten gemeinschaftliche lokale Konzepte ein, um den erforderlichen Breitbandausbau voranzutreiben.

„Wir nehmen als Land nicht die Schippe in die Hand, aber wir übernehmen die Förderung. Von uns ist noch kein Förderantrag abgelehnt worden“, betonte Duin vor IT-Experten im Veranstaltungsraum der Stadtwerke. Geladen hatten zu der Podiumsdiskussion Jens Braeuker, Vorstand der „IT Südwestfalen AG“, sowie Andreas Griehl, Geschäftsführer des Telekommunikationsanbieter „Telemark“ und der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas, der die Runde moderierte.

Gordan Dudas moderierte die Diskussion um den Breitbandausbau mit NRW-Minister Garrelt Duin, Jens Braeuker (IT Südwestfalen AG) und „Telemark“-Chef Andreas Griehl (v.li.)

Jens Braeuker hatte zuvor darauf hingewiesen, dass der Breitbandatlas für die heimische Region gerade in kleineren Kommunen wie Meinerzhagen oder Schalksmühle fehlerhaft sei. Außendienstliche Anbindungen an Firmen seien in manchen Abschnitten nicht möglich, und das in Zeiten, in denen das Senden von Daten ins Internet unverzichtbar sei, zum Beispiel im CAD-Bereich. „Über Industrie 4.0 müssen wir gar nicht erst sprechen“, habe ihm kürzlich eine Firmenkundin gesagt. „Der wirtschaftliche Erfolg hängt von der Digitalisierung ab“, drängte Braeuker aufs Tempo.

Dem konnte Andreas Griehl, Geschäftsführer der „Telemark“, einer Tochter der drei Stadtwerke Iserlohn, Menden und Lüdenscheid, nur zustimmen. „Das Datenvolumen wächst pro Jahr um 20 Prozent.“ Das Glasfaser in der Erde stelle keinen großen Wert dar, aber der Ausbau, um zum Beispiel in Gewerbegebieten Anschlüsse an das Hochleistungsnetz mit 50 Mbit/s und mehr zur Verfügung zu stellen. Griehl vermisste die Zahlungsbereitschaft bei den Unternehmen, kritisierte aber auch die schwierige Akquise von Fremdkapital.

Duin betonte, das Land wollen bis 2018 für einen flächendeckenden Ausbau der Netze mit schneller Übertragungsrate sorgen. Bei der Finanzierung zögen EU, Bund und Land an einem Strang. Aber bis zur finanziellen Förderung müssten die Kommunen ihre Aufgaben machen, „denn sie kennen die infrastrukturellen Notwendigkeiten am besten“. Auf den Einwand, dass sich nicht jede Kommune einen Breitband-Beauftragten leisten könne, meldete sich Jochen Schröder von der Wirtschaftsförderung des Märkischen Kreises: „Wir stellen Fachleute zur Verfügung.“

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