Alfred Stadler übernahm vor 50 Jahren Betrieb seines Vaters

+
Alfred Stadler übernahm vor 50 Jahren den Betrieb seines Vaters.

Lüdenscheid - Zum Gespräch hat Alfred Stadler eine Mappe voller Artikel mitgebracht. Zwischendurch kramt er auch Entwürfe hervor, die er gemacht hat, und das sind viele. Denn der 67-Jährige übernahm im Juli 1966, als sein Vater plötzlich starb, den Betrieb und führt Glas Stadler gemeinsam mit seinem Bruder Hans bis heute.

„Ich glaub’s selber nicht. Mensch, wo ist die Zeit geblieben?“ Als er damals nach Hause gerufen wurde, war er grade auf Handwerkertour in einer Glaswerkstätte in Ravensburg. „Geplant war es zu diesem Zeitpunkt nicht, wieder nach Lüdenscheid zu kommen.“ Seine Ausbildung zum Kunstglaser hatte er von 1963 bis 1966 an der staatlichen Glasfachschule in Rheinbach gemacht.

Sein Vater, ebenfalls Alfred – „damals war das häufiger so, dass der Sohn den Vornamen des Vaters bekam“ –, hatte sich in einem Hinterhof an der Winkhauser Straße selbstständig gemacht: „eine ganz kleine Klitsche.“ Mit seiner Mutter und einem Gesellen machte Sohn Alfred nach dem Tod seines Vaters weiter. 

1968 zogen sie zur Königstraße um, eine Glasgalerie und ein Verkaufsgeschäft richteten sie gleich in der Nachbarschaft an der Werdohler Straße ein. „Der Glaser setzte damals Scheiben in die Fensterrahmen ein. Bau- und Industrieverglasung waren die vorrangigen Aufgaben. In den 70er und 80er Jahren wurde das durch die Isolierverglasung aufwendiger. Fenster wurden industrialisiert und gingen von uns weg.“

1979 erfolgte der Umzug ins neue Domizil an der Straße Im Olpendahl, wo Glas Stadler mit seiner umfassenden Angebotspalette noch heute zu finden ist. Das Glasgeschäft habe sich stetig verändert, betont Alfred Stadler. Spiegel, Ganzglastüren, Dusch-Trennwände, Kabinen, Glasgeländer, zahlreiche Muster für individuelle Verglasungen, Geschenkartikel und natürlich Reparaturverglasungen bietet das siebenköpfige Team an. „Der Service-Bereich ist sehr stark angewachsen.“

Seine Tochter Isabel ist seit 25 Jahre mit im Geschäft, Tochter Annabel ebenfalls. Die dritte Tochter Christina ist Doktorin der Betriebswirtschaft und habilitiert zurzeit. Annabel gewann 2005 einen Landeswettbewerb der Landesinnung. Auch er selbst kann auf viele Auszeichnungen verweisen. Urkunden zieren die Wände. Nach einer Ausstellung in Arnsberg kam sogar ein Kontakt nach Indien zustande. „Der Besuch in Bombay und Neu-Delhi bleibt unvergessen“, sagt Alfred Stadler und zeigt stolz Fotos.

Glasmalerei oder Bleiverglasung ist höchste Handwerkskunst, erfordert viel Ideenreichtum und Kreativität. Davon können sich interessierte Kunden im Geschäft Im Olpendahl anhand vielfältig gestalteter Glasprodukte überzeugen.

Alfred Stadler legte 1975 die Meisterprüfung ab und war mit 21 Jahren jüngster Meister in seiner Zunft. Immer war und blieb er der Innung sehr verbunden, war Lehrlingswart in der Glaserinnung Dortmund, leitete viele Jahre den Gesellenprüfungsausschuss, wurde 2007 Obermeister und ist es bis heute. Für sein Wirken erhielt er 2015 die Goldene Ehrennadel. Zudem ist er im Vorstand der Kreishandwerkerschaft Dortmund/Lünen.

„Ohne Rückhalt in der Firma geht das nicht“, gilt sein Dank auch Ehefrau Ute und dem gesamten Team.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare