Kleidervorschriften im Fitness-Studio eine Ausnahme

Ärmellos meist kein Problem

Beim Trainieren in seinem Studio soll man sich wohlfühlen findet Inhaber Andreas Heinrich (rechts). Jan-Luka Wagner kann daher auch ärmellos Gewichte stemmen.

Lüdenscheid - Zum Training geht man gemeinhin in bequemer Sportkleidung – aber nicht immer ist das, in dem insbesondere Mann sich wohlfühlt, auch gestattet. Kleidervorschriften in Fitness-Studios gibt es durchaus, wenn sie auch in Lüdenscheid nicht so verbreitet sind, wie eine nicht repräsentative Umfrage unserer Zeitung in einigen Studios ergab.

Anlass für unsere Befragung waren Medienberichte, wonach ärmellose T-Shirts, so genannte Tanktops, für Männern in einem Hamburger Fitness-Studio zu einem Zankapfel geworden waren. Zwei Männer hatten sich demnach diskriminiert gefühlt, weil ein Mitarbeiter eines Fitness-Studios sie aufgefordert hatte, ihre Schultern zu bedecken. Frauen hätten derweil durchaus in ärmellosen T-Shirts trainieren dürfen – deshalb schalteten die beiden Männer sogar die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes ein.

Derartige Probleme gibt es in Lüdenscheider Studios nicht. Allerdings kennt man bei Fitness Gym an der Altenaer Straße durchaus Gespräche mit Männern, denen man die auch dort geltende Kleiderregel erklären müsse, sagt Mitarbeiter Steven Klages, aber zu ernsthaften Diskussion sei es bislang nicht gekommen. Als Begründung für das Verbot der ärmellosen T-Shirts heißt es, man wolle das Posieren vermeiden, mit dem der eine andere eventuell mit seinen Muskeln angeben. wolle. Das könne gerade Anfänger vielleicht einschüchtern.

In drei anderen befragten Studios hält man Kleidervorschriften allerdings für überflüssig. Andreas Heinrich, Inhaber vom Olymp Vital an der Kölner Straße sagt dazu: „Alle dürfen so trainieren, wie sie möchten – von mir aus auch im Morgenmantel.“ Für ihn ist Sport als Freizeitgestaltung auch eine Sache der Freiheit – „da soll man sich wohlfühlen“. Das gleiche sagt Jens Ellermann, Mit-Inhaber der Fitness Factory an der Altenaer Straße: „Die Mitglieder können bei uns gerne so trainieren, wie sie sich wohlfühlen.“ Das sei auch noch nie zum Problem geworden, sagen beide – bei allzu knapper Bekleidung würden natürlich Grenzen gezogen. „Der Brustbereich sollte bedeckt sein“, sagt Ellermann.

Im Studio Feel Good am Sternplatz gibt es auch keine Kleidungsvorschriften. Geachtet werde allerdings darauf, dass die Sportler festes Schuhwerk tragen – „das ist selbstverständlich“, sagt Inhaber Andreas Radtke, allein schon aus Sicherheitsgründen. Außerdem sollten Handtücher beim Training an Geräten untergelegt werden.

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