Achtung, Hausbesitzer...

Ingenieure Schnitzler und Sikora geben Original-Statik-Akten heraus

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Ludger Sikora und Konrad Schnitzler in einem ihrer Archiv-Räume.

Lüdenscheid - Die Diplom-Ingenieure Ludger Sikora und Konrad Schnitzler halten etwas für den ein oder anderen Lüdenscheider bereit: Original-Statik-Akten von Wohnhäusern, die sie den heutigen Gebäudebesitzern überlassen möchten. Im Internet können Interessierte prüfen, ob Unterlagen für sie dabei sind.

Grund ist, dass das Büro für Tragwerkplanung am Straßburger Weg 51 eine ganze Etage mit rund 8500 Statik-Akten beherbergen muss.

 „Unser Archiv quillt über, deshalb müssen wir jetzt unbedingt aktiv werden und einige Aktenordner loswerden. Wir denken, es ist sinnvoll, die Akten an die jetzigen Besitzer herauszureichen“, sagt Ludger Sikora und deutetet vom Flur aus auf unzählige Regalreihen in mehreren Räumen, in denen sich ein Ordner an den nächsten reiht.

Akten reichen bis 1955 zurück

Ob ein Doppelhaus an der Altenaer Straße aus dem Jahr 2000, ein Mehrfamilienhaus an der Corneliusstraße aus dem Jahr 1980 oder der Umbau einer Villa an der Hochstraße zu einem Mehrfamilienwohnhaus aus dem Jahr 1960 – viele Planungsunterlagen des Büros zu solchen und ähnlichen Projekten liegen bereit.

„Aus den Akten lässt sich auch heute noch viel Wissenswertes über die Gebäude entnehmen. Zum Beispiel wenn man einen Umbau oder eine Erweiterung plant, findet man dort wichtige Details, Abmessungen und Nutzlastangaben. Auch ein Energienachweis lässt sich leichter durchführen, wenn man auf die Unterlagen zurückgreifen kann“, erklärt Sikora.

Entwicklungen in der Bau- und Planungsbranche

Und diese stammen teilweise aus den 50er Jahren, denn schon Schnitzlers und Sikoras Vorgänger, die Ingenieure Pithan und Raschat, hatten seit der Gründung des Büros im Jahr 1955 alle technischen Ausarbeitungen der Tragwerksplanung archiviert, berichten die beiden Ingenieure.

Ludger Sikora steht vor einem Gebäudeplan. Auch in den Büroräumen reiht sich in den Regalen ein Ordner an den nächsten.

In dieser Zeit sei die Statikberechnung jedes Gebäudes auch verpflichtend geworden, sagt Sikora. Die aufwändige Rechenarbeit, weiß er, habe sich damals schon gelohnt, denn daraus seien bessere Nutzungsmöglichkeiten des Hauses, mehr Raum und Licht sowie geringerer und wirtschaftlicher Materialeinsatz resultiert. Im Laufe der 70er Jahre seien Schwächen und Potentiale neuer Bauweisen erkannt worden und Wissenschaft und Forschung hätten erweiterte Kenntnisse über Baustoffe und -techniken, Berechnungsmethoden für Balken, Platten, Rahmen und Stützen sowie Wärmeschutzberechnungen geliefert. „Die Planer mussten große Aktenordner verwenden, um all die Ergebnisse zu archivieren“, sagt Schnitzler.

Interessierte recherchieren im Internet

Heutzutage seien die Archivierungsmethoden bei zunehmenden Datenmengen zwar nicht vollständig, aber zunehmend papierlos und digital – ein Grund mehr, in dem Statik-Archiv im Dachgeschoss am Straßburger Weg aufzuräumen, finden die beiden Diplom-Ingenieure.

Einzig die Daten zu bekannten Lüdenscheider Gewerbebauten wollen und dürfen sie nicht herausgeben, erklären sie. Ansonsten ist jeder Hausbesitzer eingeladen, im Internet nachzusehen, ob Unterlagen zu seinem Gebäude zur Verfügung stehen.

Link und E-Mail-Adresse für Anfragen

Die Liste der Projekte – nach Jahreszahlen sortiert sowie mit Straße und Hausnummer versehen – ist einsehbar unter www.ing-pro.de/BauArchiv/BauAchC/bauachc.html. Anfragen senden Interessierte per E-Mail an BauArchiv@ing-pro.de Bei Fragen ist das Büro auch unter Tel. 0 23 51/89 66 erreichbar.

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