Ein Praktikant im Glück

Syrer Noor Jabbouli (19) sammelt in Adler-Apotheke Erfahrungen

Bereicherung für das Team: Noor Jabbouli (Mitte) absolviert ein Praktikum in der Adler-Apotheke an der Wilhelmstraße.

Lüdenscheid - Noor Jabbouli im Glück: Der 19-jährige Syrer absolviert zurzeit ein Praktikum in der Adler-Apotheke an der Wilhelmstraße. In seiner Heimat studierte Noor Jabbouli zwei Semester Pharmazie. Dann musste er fliehen – im Gepäck seinen Traum: sein Studium zu beenden und eines Tages als Apotheker zu arbeiten.

Mit dem Praktikum in der Adler-Apotheke ist der 19-Jährige seinem Traum ein großes Stück nähergekommen. Und Noor Jabbouli erntet viel Lob für seinen Einsatz. „Er macht seine Sache ganz wunderbar“, betont Andrea Löber, Inhaberin der Adler-Apotheke.

Kurzentschlossen hatte Andrea Löber dem jungen Syrer die Chance zu einem Praktikum gegeben. „Noors Deutschlehrerin Silke Rosenbohm kam zu mir und fragte, ob ich eine Praktikumsstelle hätte. Und als ich Noor kennenlernte, war mir klar: ‘Wir machen das.’“ Bereut hat sie ihre Zusage nicht. Im Gegenteil: „Ich wäre froh, wenn ich immer solche Praktikanten hätte. Noor ist sehr engagiert. Jeden Tag sucht er sich einen Medikamentenwirkstoff heraus. Dann lernt er den ganzen Abend alles, was er über diesen Wirkstoff in der Fachliteratur finden kann. So viel Einsatz findet man nicht oft.“ Und nicht nur fachlich stimmt die Chemie, wie die Apothekerin betont: „Noor ist hilfsbereit, freundlich, offen und humorvoll – er ist eine echte Bereicherung für unser Team.“

Noor Jabbouli schaut Andrea Löber und ihren Mitarbeitern seit mehreren Wochen täglich bei ihrer Arbeit über die Schulter und schnuppert in die verschiedenen Arbeitsbereiche. Besonders angetan hat es dem jungen Syrer die Salbenherstellung. „Die Maschine, mit der man die Salbe macht, fasziniert mich“, erklärt Noor Jabbouli mit leuchtenden Augen.

Für Andrea Löber steht fest: Sie möchte den jungen Syrer fördern – auch aus eigennützigen Gründen: „Apotheker sind Mangelware.“ Aber die Apothekerin hat noch einen anderen Grund für ihre Unterstützung. „Ich habe drei Söhne in Noors Alter. Wenn ich mir vorstelle, dass sie aus ihrer Heimat flüchten und in der Fremde leben müssen, dann würde ich mir wünschen, dass es dort Menschen gibt, die sich ihrer annehmen, die ihnen helfen. Für mich haben diese Gedanken eine wichtige Rolle gespielt, als ich Noor diese Praktikumsstelle gegeben habe.“

Noor Jabbouli ist die Freude über diese Chance anzusehen. Und der junge Syrer schmiedet bereits Pläne für die Zukunft: „Ich will schnell richtig gut Deutsch lernen und dann weiterstudieren.“

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