Mit gerissenem Keilriemen von Elspe nach Werdohl

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    • 24.03.13
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Mit gerissenem Keilriemen von Elspe nach Werdohl

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WERDOHL -  Um seine Frau sowie seine Ente aus dem Jahr 1987 sicher nach Hause zu bringen, ist Rolf Trapmann in Elspe auch schon Mal in die Kabine eines Fußballkreisligisten geeilt. Unter lauter verschwitzen Männern suchte er einen Schrauber, den er um Rat fragen wollte.

Innerhalb von wenigen Sekunden hat Rolf Trapmann seine Ente in ein Cabrio verwandelt. Jetzt heißt es warten auf den Sommer.

Innerhalb von wenigen Sekunden hat Rolf Trapmann seine Ente in ein Cabrio verwandelt. Jetzt heißt es warten auf den Sommer.

Bei seinem alten Auto, das er ein Jahr zuvor in Lüdenscheid gekauft hatte, war vor dem Festspielgelände in Elspe der Keilriemen gerissen.

„Der Wagen fuhr zwar noch, aber mir war das wirklich nicht geheuer“, erinnert sich der 46-Jährige. Der fußballspielende Schrauber, den Kontakt hatte ihm eine Tankwart vermittelt, konnte den Werdohler mit den Worten „bis nach Moskau kannst Du damit noch fahren“ beruhigen.

Am 15. April 2000 hatte Rolf Trapmann den Wagen für 1000 Euro in Lüdenscheid erstanden, um ihn seiner damaligen Freundin und jetzigen Frau Kerstin zum Jahrestag ihres Kennenlernens zu schenken. „Meine Frau fand Enten immer schon klasse“, sagt Trapmann, der der Liebsten mit dem alten Gefährt einen ganz besonderen Wunsch erfüllte.

Doch lange Freude hatte Trapmans damalige Freundin an ihrem Wagen nicht. Bei einer Sonntagsausfahrt am Drögenpütt zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid brach der Rahmen. „Eine Entenkrankheit“, weiß Trapmann heute. Ein Bekannter machte die Ente in seiner Freizeit wieder fit. Danach war das Paar sonntags bei schönem Wetter wieder mit dem Auto im Sauerland unterwegs. „Die Ente entschleunigt“, sagt Trapmann und fügt hinzu: „Man darf es nicht eilig haben – auch wenn die Ente bergab und mit viel Rückenwind 100 Kilometer in der Stunde fährt.

Die Ausfahrten mit der 29 PS starken Ente beschränken sich auf das Sauerland. „Weiter trauen wir uns nicht“, berichtet der Familienvater.

Des Öfteren wird Trapmann auf das weiße Gefährt angesprochen. „Viele Erwachsene verbinden mit dem Wagen Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend. Kinder sind hingegen oft über die Form des Wagens amüsiert“, weiß der gebürtige Werdohler. Mit dem weißen Kleinwagen, der vier Vorbesitzer hatte, sorgt Trapmann auch sonst schon Mal für Aufsehen in der Stadt an Lenne und Verse. Denn wenn die Batterie leer ist, wird sie von Trapmann wieder angekurbelt. „Das ist super. Da habe ich schon viele ungläubige Gesichter gesehen“, sagt der 46-Jährige.

Im Winter wartet die Ente abgemeldet in der Garage auf den Frühling. Sobald das Wetter dann schöner wird, benutzt Kerstin Trapmann den Wagen, der sich innerhalb von nur einer Minute in ein Cabrio verwandeln lässt, um damit zur Arbeit zu fahren. Kleinere Wartungsarbeiten wie den Ölwechsel übernimmt Trapmann selbst. „Wenn es an die Elektrik geht, dann hört es bei mir aber auf auf. Ich fahre lieber mit der Ente. Schrauben ist nicht so mein Ding“, sagt der Modellbauer , der bei Modellbau Harbecke in Werdohl beschäftigt ist.

Mit den 80 200 Kilometern auf dem Tacho hat der Wagen einen Wert zwischen 3000 und 4000 Euro schätzt Trapmann. Vor allem die einfache Technik begeistert ihn an der Ente. „Das ist einfach ein sensationelles Auto“, hat er den Kauf nach zwölf Jahren noch nicht bereut. Nun hoffen Rolf und Kerstin Trapmann auf den Frühling, damit die Ente endlich angemeldet werden kann.

Von Ute Heinze

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