Gelungenes Bühnenstück des Lüdenscheider Ensembles über Gewissensbisse und Integration

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    • 26.04.12
    • Lüdenscheid
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Halber Apfel mit Premiere der Öztürk-Fortsetzung

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LÜDENSCHEID - „Almanya, ich liebe dich“, gespielt von der türkisch-deutschen Theatergruppe Halber Apfel, war eine Premiere mit starken Momenten. In rustikalem Ambiente in der alten Fabrikhalle „Rohrmeisterei“ in Schwerte gab es für die etwa 600 Gäste ein kurzweiliges, komödiantisches Erlebnis.

„Almanya, ich liebe dich“ heißt die Fortsetzung, mit der das Ensemble jetzt auf Tournee geht.

200 Schüler waren gekommen, dazu viele deutsche und türkische Interessenten, die sich aus Lüdenscheid auf den Weg gemacht hatten, um die Premiere mitzuerleben.

In der ausverkauften Rohrmeisterei wurden Stühle nachgestellt, ausgezeichnete Stimmung, viel Prominenz, allen voran der stellvertretende Bürgermeister Schwertes, Jürgen Paul, dazu die Vizekonsulin aus dem türkischen Konsulat in Essen, Vertreter aus Politik und Kreisverwaltung, Firmenvertreter, Sponsoren. Hakan Namlisoy von der Prisma Bildungsplattform gemeinsamer Veranstalter mit dem Schwerter Schichtwesen und Stadt hieß die Anwesenden willkommen: „Diese Veranstaltung zeigt, dass trotz aktueller Debatten Integration Spaß machen kann“.

Auf der Bühne ging es von Anfang an turbulent zu. Vater Ali Öztürk (Murat Isboga) ist verstimmt. Seine Frau Halime (Meryem Isboga) hält ihrem Gatten vor, zu wenig romantisch zu sein. Tochter Fatma (Yesim Arslan) will Karriere machen, hat jedoch noch nicht mal einen Hauptschulabschluss. Tochter Zynep (Hatice Altinsoy) ist inzwischen mit Yusuf (Ismail Kaygisiz) verheiratet, der wiederum seinem Vater Sükrü (Sadik Özyener) grollt, weil der statt eine Ausbildung machen zu können, im Dönerladen helfen musste – bis zur Pleite des Imbiss.

Ein Stück um Gewissensbisse, Querelen innerhalb einer Familie, deren Mitglieder längst deutsche Pässe besitzen. Aber es ist auch ein Stück, das Wege der Annäherung zeigt, um Verständnis wirbt und heiter bis ernsthaft um eine gelebte deutsch-türkische Nachbarschaft kreist, die konfliktreich zwischen Hannelore Müller (Christine Maaß), Tochter Ulrike (Melina Fuhrmann) und den Öztürks beginnt und sich zu einer freundschaftlichen Beziehung entwickelt.

Mit einem glänzenden Murat Isboga in der Hauptrolle und Sadik Özyener, der mit gut herausgearbeitetem Charakter zu überzeugen weiß, wird dieses Stück zu einer Liebeserklärung an ein Deutschland, das unmerklich längst zur Heimat geworden ist. Das Publikum honorierte diese gelungene Darbietung mit Pfiffen und stehendem Applaus. - maya

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