Familiendrama am Hilgenhaus: 79-Jähriger erstickt schwerstbehinderte Tochter

    • aHR0cDovL3d3dy5jb21lLW9uLmRlL2xva2FsZXMvbHVlZGVuc2NoZWlkL2ZhbWlsaWVuZHJhbWEtaGlsZ2VuaGF1cy03OS1qYWVocmlnZXItZXJzdGlja3Qtc2Nod2Vyc3RiZWhpbmRlcnRlLXRvY2h0ZXItMzA0MjgyMS5odG1s304282179-Jähriger erstickt schwerstbehinderte Tochter0true
    • 06.08.13
    • Lüdenscheid
    • Drucken
Familiendrama in Lüdenscheid

79-Jähriger erstickt schwerstbehinderte Tochter

    • recommendbutton_count100
    • 1

LÜDENSCHEID - In einer Wohnung am Hilgenhaus hat sich – wie erst am Montag bekannt wurde – am 21. Juni ein Drama ereignet. Ein 79 Jahre alter Mann hat seine schwerstbehinderte Tochter (37) umgebracht und wollte sich anschließend selbst töten. Er liegt immer noch auf der Intensivstation des Klinikums.

© dpa

Symbolfoto

Wie Oberstaatsanwalt Wolfgang Rahmer im LN-Gespräch berichtet, hat der 79-Jährige seine Tochter jahrzehntelang aufopfernd gepflegt. Als vor fünf Jahren seine Frau starb, stand er mit dieser Aufgabe allein. Die weiteren Angehörigen hätten sich um nichts gekümmert, so Rahmer. „Er hat nicht um Hilfe gerufen, sondern das Elend allein bewältigt, bis es für ihn nicht mehr ging.“ Im Abschiedsbrief des Lüdenscheiders werde deutlich, dass „das Schicksal seiner Tochter im Mittelpunkt seiner Gedanken“ gestanden habe.

Der Beschuldigte hat die hilf- und wehrlose Frau nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft erstickt. Zuvor hortete er offenbar wochenlang Beruhigungsmittel in seiner Wohnung und versuchte, sich damit zu vergiften. Während für die Tochter jede Hilfe zu spät kam, konnte der Notarzt den 79-Jährigen allerdings reanimieren. Die Ärzte versetzten ihn in ein künstliches Koma, aus dem sie ihn erst vor wenigen Tagen zurückholten. Wie Wolfgang Rahmer sagt, werde der Patient immer noch künstlich beatmet.

Voraussichtlich in der kommenden Woche soll der Beschuldigte im Klinikum erstmals rechtliches Gehör finden – eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Strafverfolger überhaupt ein Ermittlungsverfahren formell eröffnen und Anklage erheben können. Angesichts der tragischen Entwicklung des Falles denkt die Staatsanwaltschaft aber nach Rahmers Worten nicht daran, den 79-Jährigen in Untersuchungshaft nehmen zu lassen. „Es besteht weder Flucht- noch Verdunkelungsgefahr.“

Wie zu erfahren war, hat das Schwurgericht dem 79-Jährigen den Lüdenscheider Rechtsanwalt Axel Grüber als Pflichtverteidiger beigeordnet. Zu Details des Dramas äußerte sich Grüber gegenüber unserer Redaktion nicht. Bei der Staatsanwaltschaft geht man laut Wolfgang Rahmer nicht davon aus, dass die Verteidigung die Tat in Abrede stellt.

Nachdem die Verwandtschaft ihren Angehörigen bei der Pflege der Tochter nach Darstellung Rahmers im Stich gelassen hat, kommt es für den alten Mann nun noch schlimmer. Rahmer: „Die Familie hat den Kontakt zu ihm nach der Tat komplett abgebrochen.“ - Von Olaf Moos

zurück zur Übersicht: Lüdenscheid

Regeln fürs Kommentieren:
Um einen Kommentar abzugeben, müssen Sie sich registrieren. Warum, das erklären wir hier.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.

Kommentare

Kommentar verfassen

Letzter Kommentar zum Thema

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte come-onMendenIserlohnHemerBalveNachrodt-WiblingswerdeAltenaWerdohlNeuenradeSchalksmuehleLuedenscheidHerscheidPlettenbergHalverKierspeMeinerzhagen

zurück

vor

weitere Fotostrecken:

Radarstellen im Märkischen Kreis

Facebook 'Like Box' wird geladen... Inhalt wird geladen - Downloadanzeige

http://www.facebook.com/luedenscheider.nachrichten300truefalsefalse

Lüdenscheid: Beliebteste Artikel

  • Heute
  • Letzte 7 Tage
  • Meist kommentiert
  • Themen

Amtsgericht: Der nächste Tiefpunkt im Leben

Lüdenscheid - Seine Jungs, 14 und 17 Jahre jung, haben in der Stadt oft „mit kriminellen Typen rumgehangen“, sagt der Vater. „Dann sind sie betrunken und bekifft nach Hause zu ihrer Mutter gekommen.“ Und er habe doch nur gewollt, dass sie aus der Szene herauskommen. Deshalb habe er die Jungs an der Haschischpfeife ziehen lassen – in seiner Wohnung, kontrolliert gewissermaßen. „Gut gemeint“ ist aber oft das Gegenteil von „Gut gemacht“.Mehr...

Einbrüche in die VHS und an der Parkstraße

Lüdenscheid - Unbekannte Täter sind in die Volkshochschule und in eine Wohnung an der Parkstraße eingebrochen. In beiden Fällen hofft die Polizei auf sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung.Mehr...

Kontrollen der Polizei: Kein Alkohol am Steuer

Lüdenscheid - Der Dezember ist traditionell der Monat der Weihnachtsfeiern – nicht von ungefähr war daher der Termin am Freitagabend für Schwerpunktkontrollen der Polizei gegen Alkohol und Drogen am Steuer gewählt.Mehr...

Artikel lizenziert durch © come-on
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.come-on.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.