Schlechte Prognosen trüben Enervie-Geschäftsbericht

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    • 27.04.13
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Schlechte Prognosen trüben Enervie-Geschäftsbericht

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MÄRKISCHER KREIS - Ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2012 auf der einen Seite und ein Ausblick auf ein Jahr 2013, das dieses Ergebnis mit ziemlicher Sicherheit nicht halten wird, auf der anderen Seite: Das Bild, das der Vorstand der Enervie-Gruppe am Samstag bei der Bilanz-Pressekonferenz in Hagen zeichnete, ist zwiespältig. Schuld daran sei die Energiewende.

© Görlitzer

Wolfgang Struwe, Ivo Grünhagen und Erik Höhne (v.l.) blicken skeptisch in die Zukunft – sie mahnen dringenden Handlungsbedarf in der Energiepolitik an, um als regionaler Anbieter bestehen zu können.

Vorstandssprecher Ivo Grünhagen, Technischer Vorstand Erik Höhne und Vertriebsvorstand Wolfgang Struwe erläuterten den fast 100 Seiten starken Geschäftsbericht, den sie unter den Titel „Kraft für Klartext“ gestellt hatten. Denn für Klartext sei es nun endgültig an der Zeit, betonten die Enervie-Vorstände.

Aber zuerst zur aus Unternehmens- und Aktionärssicht – das sind überwiegend kommunale Anteilseigner, allen voran die Städte Hagen und Lüdenscheid – erfreulichen Bilanz des vergangenen Jahres: Die Umsatzerlöse von 1,4 Milliarden Euro liegen zwar um 3,8 Prozent unter denen des Vorjahres, aber der Bilanzgewinn stieg von 26 auf 27 Millionen Euro. Am Montag wird der Vorstand der Hauptversammlung vorschlagen, erneut 17 Millionen Euro an Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Das gute Ergebnis sorge dafür, dass trotz der Investitionen in den neuen Betriebsstandort in Hagen die Eigenkapitalquote bei rund 21,7 Millionen Euro etwa konstant bleibt.

Nach wie vor hält die Enervie mit der Mark E und vor allem mit den Stadtwerken Lüdenscheid in der Region einen Marktanteil von rund 90 Prozent, was die Anzahl der Kunden betrifft. Für Wolfgang Struwe ist dies der Lohn für einen „klaren, ehrlichen und transparenten“ Umgang mit den Kunden. Als ein Beispiel für positive Kundenbindung nannte er den Energietreff der Stadtwerke Lüdenscheid mitten in der Stadt. Dort habe es 2012 fast 20 000 Beratungsgespräche gegeben.

Aber das ist nur die eine Seite der Medaille, denn schon im ersten Quartal 2013 zeichnet sich ab, dass dieses Jahr voraussichtlich ein erhebliches Minus in der Unternehmenssparte der Energieerzeugung eingefahren werden wird. Die Vorstände gehen derzeit von rund 30 Millionen Euro aus. Dies ergibt sich daraus, dass konventionelle Kraftwerke weiterhin vorgehalten werden müssen, um die Energieversorgung sicherzustellen, diese aber kaum noch wirtschaftlich zu betreiben sind, weil den erneuerbaren Energien Vorrang gegeben wird. So wurde bereits beschlossen, den Steinkohleblock E3 im Kraftwerk Elverlingsen stillzulegen. Neue konventionelle Kraftwerke werden nicht gebaut. Das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Herdecke ist für 4000 bis 5000 Betriebsstunden pro Jahr ausgerichtet – derzeit läuft es 500 Stunden.

Der Vorstand der Enervie-Gruppe fordert ein neues Marktmodell für die Energieversorgung, das sowohl den erneuerbaren Energien und ihrem Ausbau gerecht wird als auch berücksichtigt, dass konventionelle Technologien vorgehalten werden müssen, um die Versorgungssicherheit garantieren zu können. Grünhagen, Höhne und Struwe sprechen sich klar für erneuerbare Energien aus, sehen aber auch das Problem, dass es Zeiten gibt, in denen auf diese Weise nicht ausreichen Energie produziert werden kann. Um den Markt für diese Situation zu rüsten, sehen die Energieversorger die Politik in der Pflicht, einen „energiepolitischen Masterplan“ zu entwickeln. „Wir brauchen schnellstmöglich einen Impuls, wie wir die für die Versorgungssicherheit notwendigen Bestandskraftwerke im Markt halten können“, heißt es dazu im Geschäftsbericht. In den nächsten fünf bis zehn Jahren werde ein Mechanismus benötigt, der der veränderten Rolle konventioneller Kraftwerke als „Puffer“ Rechnung trage. Langfristig werde ein neuer Markt gebraucht, der erneuerbare und konventionelle Kraftwerke zusammenfasst. - Von Bettina Görlitzer

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