Mit seiner Entscheidung für Altena ging das aus Eslohe im Sauerland stammende Ehepaar seinerzeit ein großes Wagnis ein. Er war Großhandelskaufmann, sie im Eizelhandel tätig, Erfahrungen in der Gastronomie hatten sie keine. Eigentlich war ihnen das Projekt eine Nummer zu groß – und trotzdem folgten sie dem Ruf eines Freundes, der das Objekt verpachten wollte und die Hegeners bat, sich den Saalbau einmal anzuschauen. Sie kamen – und blieben.
Die erste Zeit war hart. „Hier kannte uns ja keiner“, erinnert sich Marita Hegener. Und die Altenaer waren ein verwöhntes Publikum. Doch schon nach kurzer Zeit lebte sich das Ehepaar ein. Die Anzahl der Gäste stieg an und auch die Räumlichkeiten, insbesondere der große Saal, konnten immer wieder erfolgreich vermietet werden. Die Hegeners waren – gastronomisch betrachtet – Autodidakten. Sie brachten sich alles selbst bei.
Engagement und Freundlichkeit machte ihnen die Sache leichter: Wer im Lennestein einkehrte, wurde freundlich aufgenommen und gut bewirtet. Unzählige Vereine trafen sich im Saalbau, hielten dort ihre Versammlungen ab und veranstalteten Feste. Dazu gehörte unter anderem auch die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft.
In den vergangenen Wochen erhielt das Ehepaar eine schon fast unüberschaubare Vielzahl von Dankesschreiben. Viele Ehrenurkunden wurden überreicht. Reichlich Tränen flossen am vergangenen Wochenende bei der Abschlussfeier der Realschule. Vier Schüler brachten dem Ehepaar Hegener dort ein Ständchen. In textlicher Abwandlung des Liedes „Sauerland“ der Gruppe Zoff ertönte ein „Lennestein, mein Herz schlägt für den Lennestein“ durch die Räume.
Das Kapitel Altena ist für die Hegeners mit dem Abschied vom Lennestein noch nicht vorbei: „Ja, wir sind Esloher“, sagt Franz-Josef Hegener. „Aber mittlerweile irgendwie auch Altenaer. Zumindest zur Hälfte“. Folgerichtig wird er auch Vorsitzender des Vereines „Altena aktiv“ bleiben.
Und den Lennestein, den hat Hegener auch zukünftig in Blick: Das Ehepaar übernimmt eins der gegenüber liegenden Arbeiterhäuschen und wird es in den nächsten Monaten renovieren – eine Aufgabe für Franz Josef Hegener, der sich aus dem Erwerbsleben verabschiedet. Seine Ehefrau kann das noch nicht – sie hat „fern der Heimat“ Arbeit gefunden undwird ab Mitte Juli frische Nordseeluft genießen, denn es verschlägt sie auf die Insel Juist. Dort fand sie in einer Bäckerei eine Anstellung.
„Wie soll es nun weitergehen?“ – das fragen sich neben vielen Altenern auch Vanessa Pick, Jeanette Strothmannund Katharina Rollnik, die bis zuletzt bei den Hegeners angestellt waren. ▪ Von Hartwig Bröer












