Ulrich Steuber lässt Äste zu Weihnachtsmännern und Kaminholz zu Engeln werden

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    • 23.12.11
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„Da mach’ ich was draus“

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ALTENA ▪ Morgens schon fernsehen oder den ganzen Tag lesen, das ist nichts für Ulrich Steuber. Deswegen geht er bei schlechtem Wetter in den Keller. „Dann bastle ich“, so bezeichnet der 71-jährige Evingser das, was durchaus künstlerisches Schaffen genannt werden darf. Denn in dem kleinen Zimmerchen unter der Garage, in dem überall feine Späne herumliegen, entstehen aus Ästen, Kaminholz und Sperrholzplatten erstaunliche Dinge. Von Ilka Kremer

Ulrich Steuber und seine Kaminholz-Engel-Schar.

© Kremer

Ulrich Steuber und seine Kaminholz-Engel-Schar.

„Mit einem Osterhasen hat alles angefangen“, erzählt Ulrich Steuber. Hühner, Schafe und ein Hund für die Wiese im Garten folgten. Dann kamen die Weihnachtsmänner hinzu. „Beim Sägen hatte ich irgendwann den Gedanken: Resthölzer und Holzscheiben sind zum Wegwerfen zu schade, da mach’ ch was draus.“ Und das machte er auch: Zur Weihnachtszeit zieren kleine und große Weihnachtsmänner Treppenhaus, Küche und Wohnzimmer der Steubers. Auch vor dem Haus stehen die rot bemantelten Männer mit ihren fröhlichen Gesichtern – fast wie ein Begrüßungskomitee.

Im Dorf kennt ihn jeder – nicht wegen seiner Holz-Basteleien, aber auch. Und spätestens seit diesem Winter ist Ulrich Steuber ein noch gefragterer Mann. „Hast du zufälig noch Engel?“, klingt laut eine Stimme aus dem Telefonhörer. „Ich würde auch zwei nehmen“ – eine Bekannte der Familie und ein großer Fan seiner Engel mit einem Körper aus Kaminholz. „Mir kommen die Ideen, wenn ich etwas sehe“, verrät der 71-Jährige. Die Vorlage für den Kaminholz-Engel hat er aus einer Zeitschrift. Statt einer Styroporkugel, wie dort abgebildet, haben Steubers Himmelsboten aber Köpfe aus Holz. Die Flügel sind ebenso hölzern – laut Anleitung sollen sie aus Gips modelliert werden. Zudem tragen die Kaminholz-Engel keinen Blütenkranz auf dem Kopf, sondern haben einen Heiligenschein – bei Steuber natürlich aus Holz: „ein Gardinenring“.

Aus Urlauben bringt der Techniker im Ruhestand viele Eindrücke für seine Figuren mit. Oft auch Material. „Hier, der ist vom Schliersee“, sagt er und präsentiert einen kleinen Weihnachtsmann, entstanden aus einem rund 15 Zentimeter langen Ast. Auf der Unterseite sind Datum und Fundort vermerkt. „Eine schöne Erinnerung“, meint Ulrich Steuber, „von solchen Dingen kann ich mich nicht trennen.“ Ebenso nicht von einem Exemplar, das seine Frau auf der Fahrradtour vom Reschensee nach Verona gefunden hat: Wieder ein Weihnachtsmann – „oder Nikolaus“, wie Ulrich Steuber sagt. Dieser aber hat zwei kleine Zweige und die sind jetzt die Hände des Mannes mit der roten Mütze: rechts hält er einen Sack mit Geschenken und links einen kleinen Weihnachtsbaum. „So etwas muss einem erst einmal ins Auge fallen“, sagt Steuber und verleiht Ehefrau Beate den Titel „meine beste Beraterin“.

Dank ihr stehen auch Steubers Lieblingsvögel, die Austernfischer („die sind total hübsch“), vor der Gartenhütte. „Beate hat sie für mich fotografiert.“ Er hat sich dann vom Bildschirm seine Aussäge-Vorlage abgepaust. „Das passende Stück Holz finde ich in der Restekiste“, berichtet Steuber. Mit der Stichsäge arbeitet er die Figur aus dem Holz. Und fürs Bemalen setzt sich der Schalke-Fan dann doch gerne mal vor den Fernseher. Auch wenn Fußball läuft: „Die wiederholen sowieso immer die gleichen Szenen. Da kann ich prima meine Holzfiguren bemalen.“

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