Awo zieht positive Bilanz nach einem Jahr Kindertagespflege in Werdohl

Auf der Suche nach Tageseltern

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Daniela Wall und die Tagesmütter Regina Abebe und Alexandra Hinz zogen gestern ein positives Jahresfazit, nachdem die Zuständigkeit der Kindertagespflege im Mai vergangenen Jahres an die Awo übergeben wurde.

Werdohl - Am 30. Mai 2015 übergab das Werdohler Jugendamt die Zuständigkeit der Kindertagespflege an die Awo. Rund ein Jahr – genau gesagt 354 Tage – später zieht Daniela Wall, Kindertagespflege-Fachberaterin der Awo, ein positives Fazit: „Es läuft wirklich gut. Das Angebot wird immer besser angenommen.“

Um ein gemeinsames Fazit zu ziehen, traf sich die Balverin gestern Vormittag mit den Werdohler Tagesmüttern Regina Abebe und Alexandra Hinz auf dem Spielplatz an der Goethestraße. Alexandra Hinz aus Kleinhammer ist eine der Tagesmütter, die seit dem Zuständigkeitswechsel neu dabei sind: „Ich habe am 21. Januar meine Prüfung bestanden“, blickte sie gestern zurück. Momentan ist sie die Tagesmutter eines Kindes: „Ich habe also noch Kapazitäten“, unterstrich sie, dass sich Eltern bei Bedarf „gerne sofort“ melden können.

Regina Abebe weiß das Datum ihrer Prüfung nicht mehr genau. Verständlich – blickt sie doch schon auf mehr als 20 Jahre Berufserfahrung zurück. „Angefangen habe ich damals als Kinderkrankenschwester, der Draht zu Kindern war also schon immer da“, sagte sie gestern, während eines „ihrer“ Kinder sichtbaren Spaß auf einem der Geräte des Spielplatzes hatte. Nach ihrer Tätigkeit als Kinderkrankenschwester wurde sie zur Tagesmutter.

„Am liebsten betreue ich die ganz jungen Kinder.“ Doch eine feste Regel ist das bei ihr nicht: „Ich hatte auch schon Kinder, die bereits im Grundschulalter waren. Um die habe ich mich dann beispielsweise in den Ferien gekümmert, wenn die Eltern arbeiten mussten.“

Feste Arbeitszeiten kennen Regina Abebe und ihre Kollegin Alexandra Hinz nicht: „Manche Kinder kommen morgens um sechs Uhr, manche erst nach dem Kindergarten um 16 Uhr. Das ist ganz unterschiedlich und kann individuell abgestimmt werden.“

Den Tagesablauf vergleicht Abebe als erfahrene Tagesmutter mit dem einer normalen Mutter: „Ich frühstücke morgens gemeinsam mit den Kindern. Im Kinderzimmer kann gespielt werden – im Garten auch. An Tagen, an denen ich nur zwei Kinder betreuen muss, gehen wir auch mal spazieren. Bei mehr Kindern wird das schwierig, ich habe ja nur zwei Hände“, sagte sie lachend.

„Bis zu vier Kindern dürfen unsere Tagesmütter gleichzeitig betreuen“, lautet die Vorgabe der Awo. Bei Bedarf sei auch eine Randzeitenbetreuung, beispielsweise von Kindergartenschluss bis zum Feierabend der Eltern, oder eine Betreuung über Nacht möglich.

Die Übernahme der Kindertagespflege durch die Awo bewertet Regina Abebe, die zuvor bereits mit dem Werdohler Jugendamt zusammengearbeitet hat, positiv: „Dadurch ist eine engmaschigere Betreuung der Tagesmütter möglich geworden. Es ist nun einfacher, seinen Ansprechpartner – in diesem Fall Frau Wall – schnell zu erreichen.“ Neben Eltern, die das Angebot der Tagespflege nutzen möchten, sucht die Awo auch weiterhin nach engagierten Tagesmüttern oder Tagesvätern: „Das Kindertagespflegebüro Werdohl bietet eine Qualifizierung an, die umfangreich auf die praktische Arbeit vorbereitet“, betonte Daniela Wall gestern.

Die Qualifizierung richte sich nach den aktuellen Vorgaben des Deutschen Jugendinstitutes und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Voraussetzungen für Bewerben seien mindestens ein Hauptschulabschluss, ein polizeiliches Führungszeugnis „und natürlich ein großes Interesse an der Arbeit mit Kindern“.

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