Vom dem zerstörten Haus geht keine Gefahr für die Öffentlichkeit aus

Ruine Borbecke: „Meine Heimat“

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Vor knapp einem Jahr rammte ein Lastwagen dieses Haus an der Bundesstraße, worauf es vollständig zusammenbrach.

Werdohl - Am 29. September vergangenen Jahres donnerte ein 40-Tonner in das Haus Borbecke 2 und zerstörte es in großen Teilen. Tage später sackte die Bauruine komplett in sich zusammen. Seitdem sieht es auf dem Grundstück verheerend aus. Der Eigentümer lebt mittlerweile auf dem Grundstück in einem Fahrzeug. Die Stadt hat allerdings keinerlei Mittel, auf die Situation einzuwirken.

WBG-Ratsherr Volker Oßenberg hatte es in der jüngsten Ratssitzung angesprochen: Die Ruine sähe aus wie eine Geisterbahn, ob dort Veränderung in Sicht sei. Fachbereichsleiter Thomas Schroeder konnte dem Rat keine gute Nachricht vermitteln. Von dem zusammengestürzten Haus ginge keine Gefahr für die Öffentlichkeit aus. Schroeder: „Die Optik ist sehr unbefriedigend, aber von uns im Moment so hinzunehmen.“

Das wiederholte er auch im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Verhalten des Grundstückseigentümers sei dessen Privatsache. Bekanntlich übernimmt die Versicherung der Spedition den Schaden an dem Haus, zu einer Einigung für eine Schadenregulierung zwischen dem Grundstücksbesitzer und der Versicherung ist es offensichtlich nicht gekommen.

Der Besitzer wohnt mittlerweile in einem abgemeldeten Fahrzeug auf seinem von Bauzäunen umgebenen Grundstück. Zudem hält er zwei große Hunde in einem Zwinger im hinteren Teil des Geländes. Das Haus Borbecke 2 sei seine Heimat, dort wolle er leben und in Zukunft an derselben Stelle ein neues Haus errichten. Frau und Kinder leben teilweise in der Nähe, die Hunde werden augenscheinlich regelmäßig gefüttert und versorgt. Das er und der Tierschutzverein unterschiedliche Ansichten bezüglich des Tierwohls haben, verschweigt er nicht.

Seit Mitte der 1980er Jahre lebe er in der Borbecke, dort sei der Fleck für sein Leben. Er sei ein aufbrausender Mensch, sagt er von sich selbst, aber er kenne seine Rechte sehr gut und wisse sein Eigentum zu schützen. Ein Rechtsanwalt vertrete ihn, er habe Arbeit und lebe nicht von Hartz IV. Früher habe er einen Schrotthandel auf dem Grundstück geführt, aus dieser Zeit stammen die Berge von verrostendem Metall, die heute noch überall verstreut auf dem Grundstück liegen. Rund zehn Fahrzeuge in teils bemitleidenswertem Zustand stehen auf dem Grundstück. Überall herrscht ein unbeschreibliches Durcheinander.

Den Behörden ist das alles bekannt: Jeder Bürger habe sein Recht auf freie Selbstbestimmung, solange er keine Gefahr für andere darstelle.

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