Kristall Personalservice feiert zehn Jahre Zeitarbeit

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Kristall-Chefin Marina Janßen (re.) gratulierte den beiden Jubilaren Irma Winnik und Dimitrios Kiriakidis (2. und 3. v. re.), mit dabei waren am Dienstag auch die Disponenten Rene Telge, Thea Lembke und Stefan Lässig (v.l.).

Werdohl - Dimitrios Kiriakidis (33) aus Werdohl und Irma Winnik (55) aus Neuenrade sind seit zehn Jahren bei der Werdohler Zeitarbeitsfirma Kristall Personalservice beschäftigt – eine relative Seltenheit in diesem eher kurzlebigen Geschäft.

Von Volker Heyn

Kristall-Geschäftsführerin Marina Janßen spricht von drei bis vier Übernahmen pro Monat und einer dementsprechend hohen Fluktuation ihrer etwa 70 Mitarbeiter in Werdohl. So gab es am Dienstag eine ganz besondere Feierstunde bei der Kristall GmbH im Büro an der Schlacht.

Die Kristall GmbH war 2001 in Iserlohn gegründet worden, 2004 kam Werdohl als selbstständige Geschäftsstelle dazu. In Werdohl war die Kristall GmbH zunächst als eine Personal Service Agentur (PSA) gestartet. Das war damals ein auf zwei Jahre begrenztes Projekt des Arbeitsamtes im Zuge der Hartz-Gesetzgebung. „Seitdem hat sich Zeitarbeit enorm entwickelt und verwandelt“, erzählt Geschäftsführerin Marina Janßen. Damals ging es noch darum, Langzeitarbeitslose mit Hemmnissen in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Heute ist Zeitarbeit eine anerkannte Beschäftigungsform für qualifizierte und flexible Mitarbeiter.

Kiriakidis und Winnik arbeiten als Produktionshelfer, sie sind fest bei der Kristall GmbH angestellt. Beide haben in den zehn Jahren bei der Zeitarbeitsfirma schon bei etwa zwei Dutzend verschiedenen Kundenbetrieben gearbeitet. Irma Winnik ist seit eineinhalb Jahren bei einem Werdohler metallverarbeitendem Betrieb beschäftigt, Kiriakidis sogar schon seit zwei Jahren und zwei Monaten. Beide werden über die Kristall GmbH, ihrem Arbeitgeber, mit 90 Prozent des Vergleichslohns des Kundenbetriebs bezahlt. „Wir entlohnen nach dem Tarifwerk der Zeitarbeit iGZ-DGB“, so Marina Janßen. Je nach Dauer des Arbeitsverhältnisses beim Kunden werde in Stufen von sechs Wochen, drei, fünf, sieben oder neun Monaten bezahlt. Nach neun Monaten sei die höchste Stufe von 90 Prozent erreicht.

„Eine Festanstellung im Kundenbetrieb ist durchaus denkbar“, so Janßen. Allerdings ginge es auch um Kündigungsschutz und Urlaubsansprüche. Kiriakidis und Winnik wollen offensichtlich bei der Kristall bleiben und sind dort seit zehn Jahren sehr zufriedene Arbeitnehmer. Dafür bedankte sich gestern das Team der Kristall GmbH mit Frühstückskörben bei ihren treuen Mitarbeitern.

Die Kristall GmbH kam durch eine Kooperation mit der Firma Alupack (heute Constantia) nach Werdohl und sitzt auch in demselben Gebäude an der Schlacht. Das Team in Werdohl besteht aus Thea Lembke, Stefan Lässig und Rene Telge.

Früher sei nur nach kurzfristigen Krankheitsvertretungen oder rasch verfügbaren Aushilfen gesucht worden, sagt Janßen. Zeitarbeit sei heute etwas für flexible Spezialisten, die in vielen Betrieben eingesetzt werden könnten. Auf der anderen Seite stehen Kunden, die in der Regel sehr lange mit der Zeitarbeitsfirma zusammenarbeiten. Irma Winnik kommt aus Russland, hat keinen Führerschein und ist nach eigenem Bekunden sehr froh, auf diese Weise „mir mein Brot ehrlich zu verdienen.“ Auch Kiriakidis spricht von seiner Arbeit mit Stolz.

Einig sind sich alle, dass der Begriff „Leiharbeit“ eigentlich ein Unwort sei, aber durch die Arbeitsagentur vorgegeben werde. „Das sind Mitarbeiter im Außendienst“, sagt Janßen mit Überzeugung. Viele Firmen sähen das auch so und sprächen lieber von „Zeitarbeitnehmern“.

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