Zähes Ringen um die Turnhalle in Eveking

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Die WBG will die Turnhalle Eveking auf jeden Fall erhalten. Die Verwaltung hat dagegen bereits zwei Kaufinteressenten für das Grundstück an der Verse.

Werdohl - Eine lange Diskussion – und kein Ergebnis: Die Zukunft der Turnhalle in Eveking ist weiterhin ungewiss. Während der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung stellte dessen Vorsitzender Jürgen Henke am Dienstag abschließend fest: „Der Rat entscheidet am Montag über den Fortbestand der Turnhalle. Dann wird auch über den Antrag der WBG entschieden.“

Die Wählergemeinschaft hatte beantragt, die Sportstätte mit Hilfe von Fördergeldern aus dem Programm Lenneschiene 2.0 zu einem sportlichen und gesellschaftlichen Zentrum des Versetals auszubauen (wir berichteten). Das, so erklärte Fachbereichsleiter Thomas Schroeder, sei im Grunde schon der aktuelle Beschluss-Stand. Ein Planungsbüro sei damit beauftragt worden, ein Förderkonzept zu erarbeiten, in dessen Rahmen auch das Versetal gestärkt werden solle. 

Was abweiche, sei die WBG-Idee, die Turnhalle zum Mittelpunkt dieser Bemühungen zu erklären. „Das ist so ein bisschen, als ob man das Pferd von hinten aufzäumen würde,“ sagte Schroeder. Sinnvoll sei, zunächst die Stärken-Schwächen-Analyse abzuwarten, und dann Maßnahmen zu definieren. „Projekte rund um eine vorgegebene Lösung zu suchen, ist nur die zweitbeste Lösung,“ so der Fachbereichsleiter. 

Zudem wies er darauf hin, dass es inzwischen zwei ernsthafte Kaufinteressenten für das Grundstück gebe, auf dem die Turnhalle steht. Vor dem Hintergrund, dass alle Fraktionen Steuererhöhungen für 2018 vermeiden wollten, sei auch das ein wichtiger Aspekt. 

WBG-Fraktionschef Volker Oßenberg ging auf Schroeders Aussagen nicht ein. Er beschäftigte sich mit dem aktuellen FDP-Antrag, der quasi eine Antwort der Liberalen zum Antrag der Wählergemeinschaft darstellt: Die FDP will mehr Bürger-Engagement und fordert die Vereine des Versetals auf, Verantwortung für die Turnhalle zu übernehmen (wir berichteten). Oßenberg betonte, dass es bereits ein hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement im Versetal gebe. 

Zudem werde es einem Verein erst durch den Umbau und die Nutzungserweiterung mit Fördergeldern ermöglicht, die Halle mit einem überschaubaren finanziellen Risiko zu übernehmen. Der FDP-Antrag sei lediglich eine Reduzierung des WBG-Antrags – und solle deshalb abgelehnt werden. 

„Unser Wunsch ist, dass die Grundsteuer 2018 auf keinen Fall erhöht wird,“ erwiderte FDP-Chef Friedhelm Hermes. Es solle vermieden werden, dass die Turnhalle den städtischen Haushalt weiterhin belaste. 

Die Steuererhöhung zu vermeiden sei der Wunsch aller Fraktionen, unterstrich Ausschussvorsitzender Jürgen Henke. Aus diesem Grunde habe die SPD vorgeschlagen, die Kosten für den Weiterbetrieb der Turnhalle durch überplanmäßige Einsparungen bei den Schülerbeförderungskosten und durch einen baldige Verlagerung der Kosten für die Förderschüler zum Märkischen Kreis zu kompensieren. 

Seine Fraktion habe noch keine Gelegenheit gehabt, über die Anträge von WBG und FDP zu beraten, sagte CDU-Ratsherr Christoph Plaßmann. „Wenn wir darüber entscheiden, müssen wir auch die Zeitschiene berücksichtigen“, sagte er – mit dem Hinweis, dass vermutlich weit mehr als ein Jahr ins Land gehen werde, bis beantragte Fördergelder möglicherweise genehmigt würden. Bis dahin müsse die Stadt Werdohl die laufenden Kosten für die Sportstätte im Versetal tragen.

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