Wohnungsgesellschaft in der Endrunde

Die sieben ausgewählten Preisträger hatten es in die Endrunde geschafft, die Vergabe der ersten drei Plätze wurde aber erst am Dienstag im Rittersaal der Burg Altena bekannt gemacht.

Werdohl - Kein Grund zu großer Enttäuschung: In einem starken Feld von Bewerbern schaffte es die Wohnungsgesellschaft Werdohl mit ihrem Stadtumbauprojekt in Ütterlingsen nicht auf das Treppchen des Martin-Leicht-Preises für Stadt- und Regionalentwicklung.

Doch bei der Vorstellung von sieben Projekten im Rittersaal der Burg Altena am Dienstagabend wurde eines immer wieder betont: „Alle haben gewonnen“, sagte Niels Lange vom Verein „Westfalen Initiative“ als Moderator der Veranstaltung. Denn alle Sieben hatten es im Vergabeverfahren des Preises bis in die Endrunde geschafft. „Herzlich willkommen“ hieß Landrat Thomas Gemke die Vertreter der Projekte sowie die Führungsspitze des Vereins „Westfalen Initiative“, die Jury und weitere Gäste. Die Auszeichnung des Burgaufzug-Projektes bei der vorangegangenen Preisverleihung war für den Landrat Anlass für einen Rückblick auf ein sehr erfolgreiches Projekt und eine Einführung in die Schönheiten und beruflichen Chancen des Märkischen Kreises.

Ganz oben auf dem „Treppchen“ hatte die Vereins-Jury diesmal Siegens aufwendiges Stadtumbauprogramm „Zu neuen Ufern“ angesiedelt. Die mutige und weitsichtige Stadtreparatur weise neue Wege und Perspektiven für eine innovative Stadtentwicklung, hieß es in der Begründung der Jury. Sie würdigte damit die Befreiung der Sieg von ihrem Deckel – einem in den sechziger Jahren gebauten Parkplatz, der den Fluss zu einem unterirdischen Kanal gemacht hatte. Weitere Bausteine der Umgestaltung der Stadt sind die bessere Anbindung der Unter- an die Oberstadt und der Umbau des Gefängnisses: Dessen Räume im Siegener Schloss sollen zukünftig von der Hochschule Siegen genutzt werden. Stadtbaurat Michael Stojan nahm den ersten Preis aus den Händen von Dr. Karl-Heinrich Sümmermann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Westfalen-Initiative, entgegen.

Ein zweiter Preis ging ins nördliche Münsterland: Gemeinsam entwickelten der Kreis Steinfurt und der Regionalverkehr Münsterland ein bundesweit einmaliges Projekt zur Belebung des Personennahverkehrs. Angebote zur Nutzung elektrischer Pedelecs ergänzen dort das Busangebot, das durch die steigende Nachfrage ausgeweitet werden konnte.

Ein weiterer zweiter Preis würdigte die „Wege durch’s Land“ – ein Sommerfestival ostwestfälischer Kulturträger und Kommunen, das seit vielen Jahren als Marke etabliert ist und identitätsstiftend wirkt. Der in Detmold beheimatete Verein organisiert Lesungen und Konzerte in herausragenden Orten wie Renaissance-Schlössern, barocken Herrenhäusern, Burgen, Gutshöfen und Klöstern.

In die Riege sehr unterschiedlicher Projekte passte sich das Stadtumbauprogramm der Wohnungsgesellschaft Werdohl bestens ein. Geschäftsführer Ingo Wöste erläuterte die Investitionen, die den Wohnungsbestand in Ütterlingsen attraktiv erhalten und neue Mieter anziehen. Den Kriterien zur Vergabe des Martin-Leicht-Preises für Stadt- und Regionalentwicklung entsprechen auch diese Anstrengungen. Gefragt sind Projekte in Westfalen, die eine nachhaltige Wirkung für ihre Kommunen haben, und Projekte die „identitätsstiftend“ wirken. Entscheidend sei dabei, dass es ein bis zwei Personen gebe, die „für dieses Projekt brennen, Personen die gucken und es wollen“, hieß es. Der Abend in der Burg Altena bot vielen solchen Menschen die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

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