Erster Spatenstich für das NHZ Königsburg steht bevor

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Woge-Geschäftsführer Ingo Wöste, Architektin Jutta Fiebig, Sandra Ormeloh und Kerstin Liebeskind vom Pflegedienst Liebeskind, Woge-Bauingenieur Markus Zanger und Architekt Ralf Fiebig (v.l.) stellten am Donnerstag die Pläne für das neue NHZ vor.

Werdohl - Noch in diesem Jahr will die Wohnungsgesellschaft Werdohl (Woge) auf der Königsburg mit dem Bau eines Nachbarschaftshilfezentrums (NHZ) beginnen. Es wäre das dritte seiner Art in Werdohl. Die Woge verfolgt damit ihr Konzept der demografiefesten Siedlung weiter.

Zwei Nachbarschaftshilfezentren, die den Bewohnern der umliegenden Häuser rund um die Uhr Versorgungssicherheit durch ambulante Pflege und Hilfe im Alltag bieten, gibt es schon: in Pungelscheid und in Ütterlingsen. An der Oststraße auf der Königsburg, wo die Woge bereits sechs Mietshäuser mit 18 Wohnungen hat abreißen lassen, soll nun ein weiteres NHZ mit 21 öffentlich geförderten, barrierefreien Mietwohnungen für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte, einer Pflegewohngruppe für acht Personen und einem Wohngemeinschaftsraum sowie einem Nachbarschaftstreff entstehen. Insgesamt rund 1900 Quadratmeter wird die Woge dafür bebauen. Auch eine Tiefgarage ist geplant.

Langes selbstständiges Wohnen ermöglicht

Die Investitionssumme beträgt 3,325 Millionen Euro. „Damit werden unsere direkt umliegenden 54 Wohnungen an der Ost-, Feld- und Waldstraße, die schon umfassend modernisiert wurden, demografiefest gemacht“, sagte Woge-Geschäftsführer Ingo Wöste am Donnerstag bei der Vorstellung der neuen Pläne. Besonders den betagten Menschen im Quartier Königsburg werde ein möglichst langes selbstständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglicht.

Der Eingangsbereich des NHZ: Jede Wohnung hat eine eigene Haustür, die über einen Laubengang zu erreichen ist.

Mittelpunkt des Konzeptes solle ein gut 140 Quadratmeter großer multifuktionaler Wohngemeinschaftsraum mit einer großen Küchenzeile sein, erklärte Wöste weiter. Hier soll in der Regel das Essen für die Bewohner der Pflegewohngruppe zubereitet werden. Weil der lichtdurchflutete und transparente Gemeinschaftsraum aber auch ansonsten frei zugänglich sein und zum Beispiel für Kaffeetreffs, Gottesdienste oder Mieterfeste genutzt werden könne, werde eine Abschottung der pflegebedürftigen Menschen in der Wohngruppe verhindert. Wöste: „Damit werden Zutrittshemmschwellen abgebaut und die Wahrnehmung des NHZ als offene Einrichtung gefördert.“

Von den Strukturen des NHZ profitieren

Überhaupt soll der Gemeinschaftsraum dauerhaft von allen Woge-Mietern auf der Königsburg genutzt werden, die automatisch und unentgeltlich von den Strukturen des NHZ und vom Quartiersmanagement profitieren. „Im Gegenzug ist beabsichtigt, dass auch die Bewohner im Quartier an Veranstaltungen im neuen Gemeinschaftsraum teilnehmen."

So soll das Nachbarschaftshilfezentrum von außen, von der Gartenseite her, aussehen

Im Wohngemeinschaftshaus soll auch ein ambulanter Pflegedienst 24 Stunden anwesend sein, für Wöste „die Seele des Hauses“. Hier arbeitet die Woge wie neuerdings auch schon in Ütterlingsen und Pungelscheid mit dem Plettenberger Unternehmen Liebeskind zusammen. „Das ist zwar nicht ganz preiswert, aber günstiger als eine Unterbringung im Pflegeheim“, sagte Kerstin Liebeskind über die Leistungen, die sie mit ihrem Team im NHZ erbringen wird. Der große Vorteil für die Bewohner: Sie können weiter selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld wohnen, auch wenn sie pflegebedürftig werden.

Öffentliche Fördermittel

Die übrigen 21 Wohnungen sind knapp 52 beziehungsweise 67 Quadratmeter groß. Durch öffentliche Fördermittel kann die Woge sie ebenso wie die rund 45 Quadrtatmeter großen Wohnungen in der Wohngruppe für einen Quadratmeterpreis von 4,65 Euro vermieten.

Die Woge wartet jetzt nur auf den Bescheid über die Bewilligung eines zinsgünstigen Darlehens, dann kann es losgehen. Der Bauleiter, Diplom-Ingenieur Markus Zanger, rechnet mit einer Bauzeit von anderthalb bis zwei Jahren.

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