Sonne tanken gegen die Erkältung

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Apotheker Oliver Schwarz empfiehlt Sonnenhut-Kraut und möglichst viel Sonnenlicht gegen Krankheiten und den Winter-Blues.

Werdohl - Nasskaltes Wetter und tiefe Temperaturen sorgen in den Wintermonaten für zahlreiche Erkältungen. Nach den milden Verhältnissen zuletzt blieb die Zahl der Erkrankten im übersichtlichen Rahmen. Zuletzt jedoch hatten die örtlichen Apotheken vermehrten Zulauf an Menschen, die an Husten, Schnupfen und Halsweh litten.

Abhilfe finden die meisten Erkälteten – abseits eines Arztbesuches – meistens in den örtlichen Apotheken. Die Mitarbeiter dort stehen den Kunden beratend zur Seite und helfen auch bei einer Vorsorge. Auch sie stehen im direkten Kontakt mit erkrankten Personen. „Erst durch die kürzlich einsetzende Kälte sind vermehrt Kunden mit den typischen Erkältungssymptomen wie Husten, Halsschmerzen und Schnupfen zu uns gekommen“, sagt Irene Drabinski, pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) bei der Stadtapotheke Ursula Fay. So stieg der Umsatz mit Lutschtabletten gegen Halsschmerzen und Hustensaft zuletzt etwas an, jedoch noch im übersichtlichen Rahmen.

Durch die milden Temperaturen im November und Dezember seien recht wenig Menschen krank geworden, allerdings sei die Hauptzeit für Erkältungen oder grippale Infekte noch nicht vorüber: „Zwischen Dezember und Februar verzeichnen wir die meisten Erkälteten die bei uns Hilfe suchen, um die Symptome zu mildern“, sagt Drabinski. Die Verkaufsklassiker in solchen Fällen seien – besonders bei jüngeren Menschen – Grippostad oder Aspirin Complex. „Viele hoffen auf eine Wunderwirkung, so dass sie in zwei bis drei Tagen wieder komplett fit sind.“ Das sei aber sehr selten der Fall, da eine Erkältung meist etwa eine Woche bestehen würde.

Sie rät zu Präventionsmaßnahmen gegen eine drohende Erkältung. Wer seine Abwehrkräfte stärkt, könne bereits vor dem Beginn einer Erkältung so den Viren effektiv entgegen wirken: Meditonsin oder Vitaminpräparate von Orthomol seien eine gute Basis, um einer Erkältung vorab entgegen zu wirken. Die Präparate sollten allerdings wie eine Kur bereits über zwei Monate genommen werden. „Dann sind die Leute weniger anfällig für drohende Krankheiten“, erklärt Drabinski. Als weitere Geheimwaffe empfiehlt die PTA die Einnahme von Zink, um „ganz gut durch den Winter zu kommen“. Auf jeden Fall seien Krankheitssymptome kein Grund für Panik: „Die wenigsten Fälle sind eine echte, virale Grippe. Bei dieser sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn dann sollten die Patienten Antibiotika einnehmen“, so Drabinski. Auch durch die gestiegene Anzahl von Impfungen sei die Anzahl der Grippepatienten deutlich gesunken.

Bestätigen kann dies auch der Apotheker Oliver Schwarz. „Hohes Fieber und starke Schlappheit sind Zeichen für eine echte, gefährliche Grippe. Die meisten gehen dann freiwillig zum Arzt“, erklärt der Inhaber der Bahnhofsapotheke. Allerdings sei die letzte große Grippewelle in Werdohl mindestens vier bis fünf Jahre her. Aktuell ist es in der Apotheke in Bahnhofsnähe relativ ruhig. Auch von einer Erkältungswelle durch die stark gesunkenen Temperaturen sei noch nichts zu spüren: „Erkältungsfälle gibt es zumeist mehr, wenn draußen nasskaltes, schäbiges Wetter herrscht. Die jetzige trockene Kälte ist dagegen recht gut verträglich“, erklärt Schwarz. Auch er rät zur Prävention gegen Erkältungen, zum Beispiel mit Sonnenhut-Kraut, das es als Tablette oder in Tropfenform gibt. „Sonne tut auch immer gut, um den körpereigene Produktion von Vitamin D anzukurbeln und gegen den Winter-Blues anzukämpfen“, so Schwarz. Dies gelte für die Nutzung der – im Winter wenigen – natürlichen Sonnenstunden, aber auch für die – natürlich nur in Maßen – künstliche Sonne im Solarium.

Bei einer bereits bestehenden, stärkeren Erkältung gebe es aber keine Wunderwaffe: „Eine Erkältung dauert mit Medikamenteneinnahme etwa sieben Tage, ohne Medikamente dagegen eine Woche“, scherzt der Apotheker. Mit Hilfe in Tablettenform könne man höchstens die Symptome etwas mildern.

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