Jubiläum

Wichernhaus feiert 50-jähriges Bestehen

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50 Jahre Wichernhaus: Ein Grund zum Anstoßen für die zahlreichen Gäste. Gemeinsam mit den Bewohnern und Mitarbeitern wurde das Jubiläum der traditionsreichen Pflegeeinrichtung gefeiert.

Werdohl - Rüdiger Schmale erinnert sich noch genau. Als er das erste Mal als junger Pfarrer ins Wichernhaus kam, musste er noch klingeln, um hereingelassen zu werden. Diese Zeiten sind längst vorbei. Das Wichernhaus hat sich in fünf Jahrzehnten stetig weiterentwickelt.

„In allen vier Ecken soll Liebe drin stecken“, ein Poesiealbumspruch, der wohl perfekt das wiedergibt, was im Wichernhaus seit 50 Jahren gelebt wird. Unter dem Motto „Menschen pflegen Menschen“, arbeiten die Mitarbeiter und Ehrenamtler Tag für Tag für die Menschen. Sie pflegen sie mit Liebe und versuchen, stets die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse umzusetzen. Für diese Arbeit gab es im Rahmen der Jubiläumsfeier am Sonntagvormittag viel Lob. 

„Hier rollt der Ball seit 50 Jahren. Es ist der Ball der christlichen Nächstenliebe“, erklärte beispielsweise Wilfried Koopmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, im Rahmen seines Grußwortes. Das Team habe es geschafft, 80 Bewohnern nicht nur einen Pflegeplatz zu bieten, sondern auch ein Zuhause. Und daher wünschte er der Einrichtung, „dass der Ball auch in Zeiten des ökonomischen Drucks weiter rollt“. Denn dann werde die Einrichtung ein Haus der Begegnungen und Fröhlichkeit bleiben. 

Sie waren die eigentlichen Ehrengäste des Tages: die Bewohner des Wichernhauses. Klar, dass sie beim Festgottesdienst und dem anschließenden Festakt nicht fehlen durften.

Den Mitarbeitern dankte auch Pfarrer Martin Buschhaus, der die Grüße des evangelischen Kirchenkreises überbrachte. „Wir dürfen nicht vergessen, dass hier im Haus auch viel gelitten wird und auch Menschen sterben“, sagte der Laudator. Gerade deswegen sei der christliche Gedanke, der durch das Perthes-Werk weiterhin fester Bestandteil der Arbeit ist, so wichtig. „Neben dem Schatten des Todes leuchtet hier auch immer das Licht der Auferstehung. Diakonie ohne Auferstehung wäre normale Sozialarbeit. Daher wünsche ich Ihnen, dass diese evangelischen Akzente auch weiterhin in der Tretmühle des Alltags zum Tragen kommen“, so Buschhaus. 

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag lobte die Werte: „Man spürt, dass hier der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt steht.“ Umso wichtiger sei es, für mehr Anerkennung der Pflegeberufe zu werben. Dieser Meinung war auch der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Scheffler. 

Die zahlreichen Redner und Gratulanten waren sich einig, dass das Wichernhaus auch für die nächsten Jahre gut gerüstet ist. „Wer einen alten Baum verpflanzt, braucht fruchtbaren Boden – und den gibt es hier definitiv“, lobte beispielsweise Dieter Gierse, der die Glückwünsche der katholischen Kirchengemeinde St. Michael überbrachte. 

Nach dem Festakt wurde mit Bewohnern und Gästen ausgiebig gefeiert. Für Unterhaltung sorgte unter anderem der Werdohler Shanty-Chor.

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