Westpark: WBG strebt Bürgerentscheid an

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Der neu gewählte WBG-Vorstand: untere Reihe von links: Schatzmeisterin Zorica Rothstein, Vorsitzender Christian Klepatz, 2. Vorsitzende Heike Mertens, hintere Reihe: Beisitzer Klaus-Dieter Frick, Schriftführer Peter Jung und Gottfied Brinkmann.

Werdohl - Für die Werdohler Bürgergemeinschaft (WBG) ist das Thema Westpark noch längst nicht gegessen. Deshalb rückten die eigentlichen Regularien am Freitagabend im Ütterlingser Krug während ihrer Jahreshauptversammlung eindeutig in den Hintergrund.

Die WBG will verhindern, dass mit der „durchgewunkenen“ Entscheidung im Rat am 9. Mai vollendete Tatsachen für dieses Projekt geschaffen werden. Sie sieht sich im Einklang mit der Stimmungslage in der Werdohler Bevölkerung und will deshalb letztendlich einen Bürgerentscheid anstreben, um den Westpark, „den niemand braucht“, zu verhindern. Die entsprechenden Unterschriften-Aktionen würden unverzüglich vorbereitet.

Zwar spielte das Thema Westpark zuvor schon in den Berichten der WBG-Orts- und Fraktionsvorsitzenden Christian Klepatz und Volker Oßenberg eine Rolle, zumal Kostenlage und vor allem auch der Sinn für diese Maßnahme mit vielen Fragezeichen versehen seien, doch richtig rund ging es schließlich erst unter dem Punkt „Anträge“.

Fraktionschef Oßenberg skizzierte vor den Mitgliedern die vermeintliche Ohnmacht der Gemeinschaft im Vergleich zu den etablierten Parteien. Die nämlich hätten zwar einerseits selbst Zweifel mitgetragen, letztlich aber dem Projekt – wenn auch in etwas abgespeckter Form – zugestimmt.

Eine an sich ansehbare Planung muss aus Sicht der WBG aber den Kostenerwägungen untergeordnet werden. Der Vorschlag der drittstärksten Werdohler Ratsfraktion, den Eigenanteil für das Westpark-Projekt zurückzuhalten, damit er als Reserve für Mehrkosten auf dem Brüninghaus-Platz dienen könne, sei „abgeschmettert“ worden.

Zudem, so unterstrich Oßenberg, fühle man sich von der Stadtverwaltung unter Druck gesetzt. Für Planungs- und Inhaltsdarstellungen habe es 15 Wochen Zeit gegeben, doch erst drei Tage vor dem Hauptausschuss habe es konkrete Unterlagen gegeben. Zu knapp für eine ausgewogene, fundierte Beurteilung, befand der Kommunalpolitiker. Deshalb also sehe man nur noch den Weg, dass die Bevölkerung über ein Bürgerbegehren/Bürgerentscheid selbst deutlich mache, was sie vom Projekt Westpark halte.

Klar sei man sich innerhalb der WBG, dass das „sehr aufwändig, zeit- und kostenintensiv“ werde und „außerdem Ärger mit sich bringt“. Aber: „Wir wollen deutlich machen, dass wir das Vorgehen der Stadtverwaltung missbilligen. Der Bürger solle unterstreichen, dass Demokratie noch an der Basis möglich ist.“ Der Antrag des Fraktionsvorsitzenden Oßenberg fand einstimmige Unterstützung, sodass jetzt die nächsten Schritte eingeleitet werden können.

Abgesehen von den Jahresberichten von Partei und Fraktion (Bericht folgt) wurden am Freitagabend im Ütterlingser Krug auch personelle Weichen innerhalb des Vorstandes gestellt. Überraschungen gab es dabei allerdings nicht. Die 2. WBG-Vorsitzende Heike Mertens wurde ebenso wiedergewählt, wie Schatzmeisterin Zorica Rothstein. Schriftführer – und Nachfolger von Uli Hüsmert – wurde Peter Jung. Bei den Beisitzern sind Jörg Mertens und Klaus-Dieter Frick im Amt bestätigt worden. Neu in dieser Funktion ist Gottfried Brinkmann.

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