Sisyphusarbeit der Moderne: Stadtumbau ist nie zu Ende

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Für Thomas Schroeder, seit wenigen Wochen Leiter des Fachbereichs 2 im Rathaus, ist die Stadtentwicklung eine zentrale Aufgabe.

Werdohl - Seit dem 1. Oktober ist Thomas Schroeder im Rathaus Leiter des Fachbereichs 2 und damit Nachfolger von Bernd Mitschke. Die Stadtentwicklung ist seine zentrale Aufgabe. Warum er das Wort „Spaß“ damit nicht in Verbindung bringt und einiges mehr erläuterte Schroeder im Gespräch mit unserer Zeitung.

Seit 1995 ist Thomas Schroe-der bei der Stadt Werdohl beschäftigt – zunächst als Leiter der Steuerabteilung, später der Abteilung Ordnung und Abgaben und ab 2009 der Abteilung Bauen und Immobileinmanagement. Zuvor hatte der gebürtige Essener bei der Stadt Altena gearbeitet, wo er seit seinem elften Lebensjahr auch wohnte.

Nun also der Fachbereich 2 bei der Stadt Werdohl. Hier fallen die Bereiche Bauverwaltung, Umweltschutz, Baubetriebshof, aber auch die Planung und Durchführung größerer Tiefbau- und Kanalbaumaßnahmen in seinen Zuständigkeitsbereich. Und natürlich die Stadtentwicklung. „Ich bin doch kein Visionär“, antwortet Schroeder auf die Frage, wie er sich das Werdohl der Zukunft vorstellt. Viele Ziele, sagt er stattdessen, ergäben sich „von alleine“. Aber dann offenbart er doch sein „Modell der Zukunft“. Nichts Spektakuläres, eher etwas Bodenständiges, das aber in Zeiten knapper öffentlicher Mittel schwer genug umzusetzen sein dürfte. Schroeder spricht von einem „kontinuierlichen Prozess“, der nötig sei, um keinen Entwicklungsstau entstehen zu lassen, wie er in seinen Augen nach den Maßnahmen der 70er und 80er Jahre eingetreten ist. „Stadtumbau ist nie zu Ende“, sagt er und meint damit, dass die bauliche Entwicklung einer Stadt eine Art moderne Sisyphusarbeit ist, die auch mit großer Mühe nie abgeschlossen ist. Dabei gelte es zudem, sich nicht nur auf das Zentrum zu konzentrieren, sondern auch die Außenbereiche im Auge zu behalten, betont er.

Derzeit widmet Schroeder aber der Innenstadtentwicklung viel Zeit Demnächst kommt vielleicht noch der Bau des Westparks dazu. Beides sind Maßnahmen, die das Gesicht Werdohls nachhaltig verändern werden. „Das wird ein echter Gewinn für die Stadt und ihre Bürger, aber auch für den Tourismus“, sagt Schroeder über den Westpark. Das Strahlen auf seinem Gesicht verrät, dass er das wirklich ernst meint. Ob es ihm Spaß macht, an solchen Projekten maßgeblich mitzuarbeiten? „Spaß ist in Zeiten von Mangelverwaltung sicherlich das falsche Wort“, meint der 50-Jährige. Er findet diese Aufgabe „eher reizvoll“. Es motiviere ihn, unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen an der positiven Entwicklung der Stadt mitwirken zu können.

Doch auch in anderen Bereichen wirkt Thomas Schroe-der mit an der großen Aufgabe, Werdohl fit zu machen für die Zukunft. Das Klimaschutzkonzept gehört für ihn dazu. Das gelte es jetzt zu beschließend – und die Konsequenzen daraus zu ziehen. „Klimaschutz ist natürlich ein großes internationales Thema, aber die Maßnahmen sind hier vor Ort zu treffen“, ist der Diplom-Verwaltungswirt überzeugt. Auch der Hochwasserschutz spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Derzeit sieht Schroeder Werdohl gut aufgestellt. „Wir sind aber nicht ungefährdet. Der Klimawandel wird sich auch hier auswirken“, glaubt er. Deshalb sei auch in Werdohl vorbeugender Hochwasserschutz notwendig. Viele kleine Maßnahmen wie die, die die Stadt demnächst mit der Renaturierung der Verse im Bereich Eveking plane, könnten in der Summe eine große Wirkung entfalten.

Ein anderes Arbeitsfeld sieht der Vater zweier Kinder durch dem demografischen Wandel auf sich zukommen. „Auch in Werdohl gibt es viele Gebäude aus den 50er, 60er und 70er Jahren, die demnächst leerstehen“, rechnet Schroeder mit einem Überangebot auf dem Immobilienmarkt, ausgelöst durch die Abwanderung junger Menschen in die Ballungszentren und Großstädte. Lösungen für Werdohl hat der 50-Jährige, der selbst seit 1998 in Lüdenscheid wohnt, nach eigenen Angaben nicht. Er ahnt aber: „Das wird uns in den nächsten Jahren noch ganz praktisch beschäftigen.“

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