Werdohlerin Laura Hermes erzählt von ihren Neuseeland-Erlebnissen

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Abflug nach Neuseeland: Laura Hermes und ihre Freundin Nicola Rosenbohm am Frankfurter Flughafen.

Werdohl - Die Werdohlerin Laura Hermes hat im Sommer ihre Abiturprüfung abgelegt und ist kurz nach Weihnachten mit einer Freundin zu einer dreimonatigen Reise nach Neuseeland aufgebrochen. In unserer Zeitung berichtet sie von diesem Abenteuer.

18.169 km – so weit bin ich von Frankfurt nach Auckland geflogen, um nun sagen zu können: Ich bin am anderen Ende der Welt. Seit genau zwei Wochen bin ich nun in Neuseeland und muss staunen, wie schnell die Zeit bis jetzt verflogen ist – jegliches Zeitgefühl scheint momentan allerdings verloren, nicht selten haben meine Freundin Nicola und ich gerätselt, welchen Wochentag wir gerade haben…

Beginnen wir aber nun mit meinen ersten Eindrücken! Am 28. Dezember sind wir vormittags in Auckland gelandet, ich für meinen Teil war so erschöpft, dass ich im Bus zum Hostel immer wieder eingenickt bin. Der Jetlag ließ also auch mich nicht verschont. Trotzdem versuchten wir, ihn nicht die Oberhand gewinnen zu lassen und machten uns nach unserer Ankunft im Hostel recht bald wieder auf den Weg, um Auckland besser kennen zu lernen.

Auckland ist Neuseelands bevölkerungsreichste Stadt – von insgesamt vier Millionen Neuseeländern leben alleine eine Million dort. Da wir uns nun auf der Südhalbkugel und damit im Sommer befanden, nutzten wir das strahlende Wetter und entspannten etwas am Hafen in der Sonne, aber Vorsicht: Auch wenn man denkt, kurz wird es ja wohl ohne Sonnencreme gut gehen – es geht nicht. Das Ozonloch leistet ganze Arbeit und man ist schneller rot, als man vermutet hat. Ich empfand Auckland als keine sonderlich inspirierende Stadt.

Der Hafen ist wirklich schön, die Parks laden zum Verweilen ein, aber in erster Linie war Auckland für mich bloß eine ganz nette Stadt am Meer, die ansonsten nicht herausragend ist. Jedoch muss ich hier anmerken, dass wir aufgrund des Regens nach Silvester nicht mehr alles unternehmen konnten, was wir uns vorgenommen hatten. Wer weiß also, ob der Blick vom Mount Eden auf die Stadt meine Ansicht nicht um 180 Grad gewendet hätte. Silvester in Auckland zu feiern, ist ebenfalls nicht atemberaubend – einen schönen Abend hatten wir allerdings trotzdem. Wir feierten gemeinsam mit Thomas, einem deutschen Backpacker, der an Silvester in unser Zehn-Bett-Zimmer ins Hostel gezogen war.

Gemeinsam mit vielen anderen saßen wir abends am Hafen und hatten eine wunderschöne Aussicht auf Downtown Auckland mit Skytower im Hintergrund! Zehn Sekunden vor Mitternacht zählten alle gemeinsam runter und um Punkt Zwölf ging das Feuerwerk los. Das war um einiges kleiner als das Feuerwerk am Brandenburger Tor beispielsweise, dennoch war es hübsch anzusehen und der Moment ohnehin nicht wirklich real: Während wir bereits 2016 begrüßten, war daheim in Deutschland gerade einmal Mittag.

Danach hörten wir noch lange einer Liveband zu, die den ganzen Abend für gute Stimmung sorgte. Dieses Silvester werden wir wohl nie vergessen, war es doch so anders als sonst. Um Auckland auch mal den Rücken zu kehren, unternahmen wir während unseres Aufenthalts dort einen Ausflug nach Waiheke Island, eine 35 Kilometer vorgelagerte Insel. Dort war es wirklich wunderschön, das Meer war fast türkis und der Himmel strahlend blau. Nach fünf Tagen verließen Nicola und ich die Metropole und machten uns auf den Weg nach Paihia, weiter im Norden gelegen und Tor zur Bay of Islands. Dort besuchten wir Upukupuka Island, die landschaftlich einem Auenland ähnelte und einen wunderbaren Blick auf weitere Inseln bot.

Auch hier staunte ich über die Intensität der Farben – auf der anderen Seite ist das Gras wohl tatsächlich grüner. In Neuseeland leuchten die Farben irgendwie kräftiger, ganz besonders ist mir das am Cape Reinga aufgefallen, dem nördlichsten Punkt Neuseelands und Treffpunkt der Tasmanischen See mit dem Pazifik. Als wir dort ankamen, war ich so beeindruckt von der Landschaft und den strahlenden Farben, das ich gefühlt hunderte an Fotos machte, um ja alles festhalten zu können. Auf den Fotos sieht es aber leider nie aus, wie in Wirklichkeit. Dieser Ausflug dauerte einen ganzen Tag und führte uns unter anderem auch zum Ninety Mile Beach, einen endlos langen Strand mit fast weißem Sand. Auf einer großen Düne gingen wir dann Sandboarden: im Prinzip wie Surfen, nur auf dem Bauch liegend.

Die Düne war bestimmt sieben Meter hoch, mit ein bisschen Fantasie hätte man auch denken können, man sei in der Wüste. Nach einer Woche Paihia ging es für uns noch auf einen kurzen Abstecher nach Whangarei. Hier kann man in den Abbey Caves, naturbelassenen und touristisch nicht erschlossenen Höhlen, Dutzende Glühwürmchen finden. Um in die Höhlen zu gelangen, war Klettergeschick definitiv von Vorteil – der Eingang führte ziemlich tief in die Höhle rein und war mit sehr vielen Steinen umgeben.

In der Höhle selbst reichte das Wasser auch gut mal bis zu der Hüfte. Dreck- und wasserscheu darf man also ebenfalls nicht sein, dafür wird man mit einem Blick auf unzählig viele Glühwürmchen belohnt. In Deutschland wäre das Betreten der Höhle ganz alleine sicher verboten gewesen.

Jetzt sitzen Nicola und ich in Whangarei und warten, bis wir heute Nachmittag zurückfahren nach Auckland, um von dort aus weiter zum Hot Water Beach zu fahren. Jenen Ort, an dem man sich seine eigene Badewanne am Strand buddeln kann…

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