Rekordbeteiligung beim 4. Werdohler Wirtschaftsfrühstück bei Kracht

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Für das obligatorische Gruppenfoto stellten sich die Teilnehmer des 4. Werdohler Wirtschaftsfrühstücks bei Pumpen Kracht in der Gewerbestraße auf. Das lohnte sich insofern, da es noch nie so viele Gäste bei einer solchen Veranstaltung gab.

Werdohl - „Wenn Sie am Ende meines Vortrags Zylinder und Pumpe unterscheiden können ist es gut“, meinte André Zahn, Hauptabteilungsleiter bei Pumpen Kracht an der Gewerbestraße. Er sprach über das Familienunternehmen vor mehr als 60 Gästen des 4. Werdohler Wirtschaftsfrühstücks.

Die höchste Beteiligung jemals an dieser Veranstaltung, wie Andreas Haubrichs vom Stadtmarketing höchst erfreut feststellen konnte. Das Wirtschaftsfrühstück ist eine gemeinsame Veranstaltung der Werdohler Marketing-Gesellschaft und der SIHK für die hiesigen Unternehmer. Tatsächlich geht es schon um 7.30 Uhr mit einem guten Frühstück los, bei dem die Männer und Frauen aus den Chefetagen der heimischen Firmen miteinander ins Gespräch kommen. Man kennt sich natürlich in der Branche, weil viele Chefs aber auch von außerhalb kommen, kommt es beim Wirtschaftsfrühstück tatsächlich zu dem ein oder anderen neuen Kontakt.

Das soll auch so sein – so beschrieb es Bürgermeisterin Silvia Voßloh bei ihren Begrüßung. Kontakte und Netzwerke über diesen Besuch hinaus zu pflegen, dazu riet sie den Gästen im frisch sanierten Kantinenbereich von Kracht. Die Stadt sei nach wie vor im Aufbau und im Umbruch, berichtete sie. Der Bahnhof sei fertig, jetzt ginge es ans Lenneufer und die Innenstadt mit dem Brüninghaus-Platz. Werdohl biete eine hohe Lebensqualität, jeder könne stolz darauf sein, in Werdohl zu leben. Voßloh stellte kurz die Ziele der Marketing-Gesellschaft vor, in der Hauptsache ginge es darum, den Wirtschaftsstandort Werdohl zu verbessern. Die Stadtmarketing-Gesellschaft sei Botschafter, Kommunikator und Vernetzer. „Stärken Sie uns durch Ihre Unterstützung“, bat sie die zustimmend nickenden Unternehmer.

Integration ins Arbeitsleben

Hauptabteilungsleiter André Zahn begrüßte die Gäste.

Für die Veranstalter sprach SIHK-Vizepräsident Dietrich Alberts. Er bezog sich auf die Schätzungen der Bundesregierung, dass mit bis zu 800 000 Flüchtlingen zu rechnen sei in diesem Jahr. Die SIHK werde eine Resolution verabschieden, diese Menschen in der Region und ins Arbeitsleben zu integrieren.

Der Rest des Vormittags gehörte natürlich dem Gastgeber André Zahn und dem Unternehmen Kracht. Das Familienunternehmen wurde 1911 als Hillebrandt & Kracht auf dem früheren VDM-Gelände gegründet. 1971 zog man an den heutigen Standort an der Gewerbestraße um. 1983 kam das Unternehmen in unruhige Zeiten durch die Hereinnahme von Investoren. 1996 hatte Peter Zahn die Gelegenheit, nach 25-jähriger Firmenzugehörigkeit die Firma Kracht zu kaufen. Seitdem ist sie in Privatbesitz. Bereits 2002 kam neben Vater Peter Zahn auch Sohn Heiko in die Geschäftsführung. 2009 wurden die Kracht Corporation in Ohio und ein Repräsentationsbüro in Shanghai gegründet. Chief Operating Officer André Zahn gestern: „Seitdem haben wir viele tausend Pumpen in die Weltgeschichte geschickt.“ In Werdohl arbeiten 315 Menschen, 85 in den ausländischen Standorten, davon die meisten im Werk in Ungarn.

Familienunternehmen steigert Umsatzniveau

Nach dem Vortrag über die Firmengeschichte konnten sich die Gäste in der Pumpen-Produktion umsehen.

Als Familienunternehmen in Privatbesitz brauche man keine Wachstumsvorgaben „von oben“ erfüllen, sondern könne wirtschaftlich vernünftig und in eigener Verantwortung arbeiten. So würden auch in diesem Jahr wieder fast drei Millionen Euro investiert. 60 Prozent des Umsatzes kommen durch Zahnradpumpen, 22 Prozent aus der Durchflussmesstechnik und 17 Prozent von Hydraulik und Prüfständen. Nach einer Umsatzdelle in den Jahren 2009 und 2010 habe sich Kracht von 2011 bis 2013 stabilisiert. 2014 und in diesem Jahr sei das Niveau weiter gestiegen.

Eine Frage gab es aus dem Plenum, die sich um die Mitarbeitergewinnung drehte. In der Produktion finde man viele gute Leute in der Gegend, sagte Zahn, zudem werde selbst ausgebildet. Für Führungsjobs kämen die Leute allerdings teilweise von weit her: 95 Bewerbungen gab es jüngst auf die Stelle des Einkaufleiters. Der neue Mann wohnt in der Woche in Werdohl – und fährt jedes Wochenende heim zu seiner Familie nach Koblenz.

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