Vossloh kann Umsatz deutlich steigern

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Der Werdohler Bahntechnik-Spezialist Vossloh kann mit dem Jahr 2015 zufrieden sein: Konzernweit ist der Umsatz um 9,1 Prozent gestiegen.

Werdohl - Der Werdohler Bahntechnik-Konzern Vossloh hat im Geschäftsjahr 2015 die vom Management in Aussicht gestellten Ziele der operativen Entwicklung erreicht. Aus dem in Werdohl angesiedelten Geschäftsbereich gibt es allerdings weniger gute Nachrichten. Das teilte das Unternehmen gestern in Frankfurt mit.

Umsatz, Ergebnis und Liquidität hätten sich spürbar erholt, teilten der Vorstandsvorsitzende Hans M. Schabert und Finanzvorstand Oliver Schuster. Die Nettofinanzschuld sei signifikant reduziert, die Eigenkapitalquote deutlich gesteigert worden.

Zudem habe das Unternehmen wesentliche Fortschritte auf dem Weg der Umwandlung in einen rein auf Eisenbahninfrastruktur fokussierten Branchenführer erzielt. Der Umsatz des Konzerns stieg dem Geschäftsbericht zufolge im vergangenen Jahr um 9,1 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro.

Damit und mit dem fortlaufenden Effizienzprogrammen verbesserte sich das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 18,8 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 45,1 Millionen Euro im Jahr 2015. Der Umsatzanstieg des Vossloh-Konzerns im Geschäftsjahr 2015 resultierte vorrangig aus deutlich höheren Umsätzen des Geschäftsbereichs Transportation. Diese nahmen um 54,1 Prozent auf 357,3 Millionen Euro zu. Das Umsatzwachstum resultierte in erster Linie aus dem Geschäftsfeld Electrical Systems, in dem die Erlöse mit der Abwicklung insbesondere größerer Projekte um 73,5 Prozent auf 249,5 Millionen stiegen.

Auch Vossloh Locomotives konnte 2015 eine deutliche Umsatzsteigerung verzeichnen. Mit insgesamt 109,5 Millionen wurde der Vorjahreswert um 21,6 Prozent übertroffen. Mit der Umsatzsteigerung verbesserte sich auch das Ebit des Geschäftsbereichs Transportation. 2015 betrugen die Auftragseingänge hier 264 Millionen Euro und erreichten somit nahezu das Niveau des Vorjahres (275,8 Millionen Euro). Der Auftragseingang des Geschäftsfelds Locomotives lag dabei mit 115,9 Millionen Euro um 34 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Vossloh Electrical Systems verbuchte Auftragseingänge in Höhe von 150 Millionen Euro und damit rund 40 Millionen Euro weniger als im Jahr 2014, das unter anderem durch einen Großauftrag aus den USA in Höhe von rund 50 Millionen Euro geprägt gewesen war.

Im Rahmen der Strategie, das Unternehmen auf das Kerngeschäft Bahninfrastruktur zu fokussieren, ist weiterhin geplant, die beiden derzeit noch verbleibenden Geschäftsfelder des Geschäftsbereichs Transportation bis spätestens 2017 zu verkaufen oder in eine oder mehrere von Vossloh nicht mehr kontrollierte Partnerschaften zu überführen.

In dem in Werdohl angesiedelten Geschäftsbereich Core Components blieben die Umsätze im Geschäftsjahr 2015 mit 256,6 Millionen Euro wie erwartet um 22,5 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Insbesondere die außerordentlich hohen Erlöse, die Vossloh 2014 in China erzielt hatte, konnten nicht wiederholt werden. Zu dem Umsatzrückgang beigetragen hat aber auch eine schwächere Entwicklung in weiteren Ländern, darunter in der Türkei, Russland und Thailand.

Das Ergebnis des Geschäftsbereichs ging im Vergleich zum Vorjahr um 38,7 Prozent auf auf 29,2 Millionen Euro zurück. Trotz des Umsatzrückgangs im Jahr 2015 konnte die Marge des Geschäftsbereichs Core Components zweistellig gehalten werden. Sie lag bei 11,4 Prozent (2014: 14,4 Prozent). Der Auftragseingang betrug 251,6 Millionen Euro (2014: 347,2 Millionen Euro).

Obwohl Vossloh den Umsatz 2015 deutlich gesteigert hat, ging die Anzahl der Beschäftigten leicht zurück. Konzernweit waren es im Durchschnitt des Jahres 4875 (2014: 4883). In Werdohl hatte Vossloh im vergangenen Jahr knapp 50 Mitarbeiter entlassen.

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