Aufwärmen im Werdohler Riesei-Stadion fürs Sportabzeichen

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Carolin Bossong strebt ihr zweites Sportabzeichen an. Dazu gehört auch, die Stange beim Hochsprung nicht herunter zu reißen.

Werdohl - Trotz der Sommerferien trafen sich am Mittwoch elf Menschen im Werdohler Riesei-Stadion, um sich ein wenig sportlich zu betätigen. Ihr Ziel – das Sportabzeichen. Die meisten kennen sich seit Jahren, zwei sind aber erst seit diesem Sommer dabei.

Alle begrüßen sich freudig. Es wird viel gelacht. Vier ehrenamtliche Übungsleiter hat die Truppe. An diesem Tag ist Hans-Werner Herr da. Er leitete die Gruppe locker an. Auch während der Übungen unterhalten sich die Teilnehmer ungezwungen privat weiter. So erfahren sie auch bald, dass einer der anderen Stamm-Teilnehmer dieses Mal fehlt, weil ihn ein grippaler Infekt nieder gestreckt hat. Verbissen ist keiner, ehrgeizig aber schon.

Übungsleiter Herr selbst macht derzeit sein 44. Sportabzeichen. Einer seiner ganz neuen Schützlinge, Carolin Bossong, die Frau des Werdohler Ex-Försters, strebt momentan ihr zweites Sportabzeichen an. Von den anderen Mitgliedern der eingeschworenen Gemeinschaft bekommt sie an diesem Abend immer wieder hilfreiche Tipps. Auch Hilfestellungen untereinander sind offenbar eine Selbstverständlichkeit.

Immer wieder neue Varianten

Zunächst aber lädt der Übungsleiter die Teilnehmer ein, sich gemeinsam warm zu machen. Erst steht eine gemächliche Runde um den Platz an. Dann folgen ein paar Lockerungsübungen. Rückwärts-Laufen, danach beim Laufen die Knie so weit hoch ziehen, bis die Oberschenkel waagerecht in der Luft stehen, dann Kniebeugen nach jedem Schritt, schließlich langsam traben und immer wieder Hüpfer einfügen: Hans-Werner Herr lässt sich immer wieder neue Varianten einfallen.

Infos zum Sportabzeichen

Das Training für das Sportabzeichen findet jeden Mittwoch im Stadion Riesei ab 18 Uhr statt. Bis zu 90 Minuten üben die Teilnehmer dann.

Herr versammelt die Gruppe schließlich im Kreis um sich herum. Ein paar Gymnastikübungen hat er noch in petto, bis alle ausreichend aufgewärmt sind. Hüften werden gedehnt und Arme kreisen durch die laue, frühabendliche Luft. „Ein Glück ist es nicht mehr so drückend, wie heute tagsüber“, sagt Ingrid Steffens. Die Fast-77-Jährige strebt momentan ihr 39. Sportabzeichen an.

Nun geht es in die einzelnen Disziplinen. Ein paar greifen zum Seil. Übungsleiter Herr verrät: „Seit zwei Jahren gehört auch das Seilspringen zum Sportabzeichen.“ Steffens dagegen geht zum Sand, versucht sich im Weitspringen aus dem Stand – nach eigener Auskunft nicht gerade ihre Parade-Disziplin. „Ich laufe lieber“, gesteht sie. Und doch gelingen ihr an diesem Abend einige Versuche, die für ein Sportabzeichen in Gold reichen würden.

Carolin Bossong lässt sich ein paar Meter weiter in die Geheimnisse des Hochsprungs einführen. Und auch sie schafft, was sie sich für den Abend vorgenommen hat: Sie landet in der weichen, blauen Matte. Die Latte bleibt derweil liegen. Die junge Frau versucht es gleich mit zehn Zentimetern mehr Höhe. Doch die bekommt sie auf Anhieb nicht hin, ohne die Latte zu reißen. Nächsten Mittwoch versucht sie es wieder.

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