Realschule und Musikschule bekräftigen Zusammenarbeit

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Die langjährige Kooperation zwischen Musikschule und Realschule wurde am Mittwoch mit einem richtigen Vertrag besiegelt: Musiklehrer Thorsten Leppert (v.l.), der stellvertretende Musikschulleiter Sebastian Hoffmann und Realschulleiter Bernd Bunge.

Werdohl -  Die städtische Realschule und die Musikschule Lennetal haben jetzt in einem Kooperationsvertrag endlich auch schriftlich festgehalten, was sie schon seit gut zwölf Jahren gemeinsam tun: Realschüler im Schulunterricht mit Musikinstrumenten vertraut machen.

Am Mittwoch traf sich der stellvertretende Musikschulleiter Sebastian Hoffmann mit Realschulleiter Bernd Bunge und dem Musiklehrer Thorsten Leppert. Die Unterschrift seitens der Musikschule hatte noch der frühere Musikschulleiter Martin Theile geleistet, am Mittwoch setzte auch Bernd Bunge seinen Namen unter den Vertrag. Die Unterschrift und der Vertrag seien angesichts der Spardebatte um die Musikschule in den Vordergrund gerückt worden. Der Vertrag solle eine Demonstration dessen sein, was langfristig wichtig und stabil zugunsten der Bildung der Kinder durch staatliche Schule und kommunale Musikschule geleistet werde. „Bei allen Sparbemühungen soll dieser Bereich nicht verhungern“, hieß es aus dem Munde aller. Die Kooperation zwischen den beiden Schulen laufe auch deshalb besonders gut, weil beide Einrichtungen nur ein paar Meter weit auseinander liegen.

Instrumentalunterricht nicht aushungern

Die Zusammenarbeit begann schon im Jahre 2003. Am Anfang gab es eine reine Streicherklasse. Waltraud Sander, Musiklehrerin an der Realschule, nahm Kontakt zu Sebastian Hoffmann von der Musikschule auf. Die Idee war, möglichst viele Kinder des fünften Jahrgangs mit Instrumenten auszustatten und die zwei Stunden Musikunterricht wöchentlich damit zu bestreiten. Die Schulleitung stimmte sofort mit ein, Hoffmann und Sander unterrichteten die Kinder gemeinsam an Geige, Cello, Bratsche und Kontrabass. Die Musikschule beschaffte die Instrumente preisgünstig aus akzeptabler chinesischer Fertigung. Hoffmann: „Die Chinesen kopieren mittlerweile so gut, dass man eine vernünftige Schulgeige schon für 100 Euro bekommt.“ Die Eltern müssen für die Instrumentenmiete und die Unterrichtsleistung der Musikschule 29 Euro im Monat bezahlen. Wer es nicht kann, dem wird durch Mittel aus dem Teilhabepaket geholfen. Die Teilnahme ist natürlich freiwillig.

Den Streichern folgten bald die Bläser

Thorsten Leppert berichtete, wie die damals reine Streicherklasse auch auf andere Instrumente ausgeweitet wurde. „Wir hatten Kinder, die wollten unbedingt auch Musik machen, konnten aber mit Streichinstrumenten nichts anfangen.“ Leppert, selbst bekennender Blechbläser, weitete in Zusammenarbeit mit seinem Schulleiter und der Musikschule das Konzept auch auf eine Bläsergruppe aus. Schnell waren es so viele Kinder aus dem fünften und sechsten Jahrgang, dass sie den Klassenrahmen gesprengt hatten.

Seit 2006 gibt es keine reine Musikklasse mehr, sondern jahrgangsweise wird in Gruppen Instrumentalunterricht angeboten. Das Angebot ist beliebt, aktuell nehmen es rund 50 Kinder aus den fünften und sechsten Klassen wahr. Danach ist ein Übergang in Arbeitsgemeinschaften oder das Schulorchester möglich. Wer noch mehr Instrumentalunterricht will, geht in die Musikschule. Die Blechblasinstrumente, das Schlagzeug und der E-Bass sind vom Förderverein finanziert worden. Den begleitenden Unterricht seitens der Musikschule leisten jetzt Isabelle Pischel und Katharina Quast.

Realschule und Musikschule profitieren von dieser Zusammenarbeit. Bernd Bunge bezeichnete den soziokulturellen Wert des Instrumentalunterrichts gar als einen „Gegenpol zur Internetkultur“.

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