Für Verbrecher wird es eng

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Die gelbe, fluoreszierende Folie unterscheidet den neuen Streifenwagen der Werdohler Polizei -hier mit den Beamten Matthias Lenze und Tobias Felten -  auf den ersten Blick vom Vorgängermodell.

Werdohl - Seit dem 17. März ist auch die Werdohler Polizei mit einem Fahrzeug aus den Bayerischen Motoren Werken unterwegs. Doch auf dem Parkplatz der Dienststelle an der Heinrichstraße sieht man das werksneue Kfz nur selten: „Der Wagen ist unser neues Hauptfahrzeug. Er ist rund um die Uhr im Einsatz und steht lediglich für längere Zeiten still, wenn grad Dienstwechsel ist“, erläutert Wachleiter Volker Bootz.

Nach nunmehr zweieinhalb Wochen im Dienst auf Werdohls Straßen können die Beamten ein erstes Fazit anhand der bisherigen Erfahrungen ziehen. „Und das ist wirklich positiv. Der Wagen fährt sich sehr gut!“, sagt Polizeikommissar Tobias Felten.

So „liege“ der Wagen nach Empfinden Feltens deutlich besser auf der Straße, das mache sich vor allem in Kurven positiv im Vergleich zum Vorgänger bemerkbar. Auch durch den Wechsel von Front- auf Heckantrieb habe sich das Fahrverhalten des Wagens spürbar verändert. Ob der – für BMW typische – Heckantrieb in den Wintermonaten für Probleme sorgen könnte? „Das müssen wir abwarten. Aufgrund des weitgehend milden Winters gibt es auch noch keine Erfahrungswerte von den Kollegen aus anderen Dienststellen, die den BMW bereits ein paar Monate länger fahren“, begründet Volker Bootz. Doch er betont auch: „Wenn es richtig glatt ist, ist es sowieso egal, ob man Front- oder Heckantrieb hat.“

142-PS starker Dieselmotor unter der Haube

Das Fahrwerk des BMW 318d Touring ist für den Polizeidienst angepasst, der Zwei-Liter Dieselmotor verfügt nach Angaben der Werdohler Beamten über 142 PS. Höchstgeschwindigkeit sei man mit dem Einsatzfahrzeug noch nicht gefahren: „Das lässt das Einsatzgebiet im Stadtverkehr selbstverständlich nicht zu. Ich denke aber, dass der Wagen etwas mehr als 200 km/h auf die Strecke bringt“, schätzt Polizeikommissar Matthias Lenze. Zur weiteren Ausstattung des automatikbetriebenen Fahrzeugs gehören dynamische Bremslichter – die je nach angewandter Bremskraft unterschiedlich hell leuchten – und eine sogenannte Runflat-Bereifung. Diese spezielle Bereifung ermöglicht im Falle einer Reifenpanne eine eingeschränkte Weiterfahrt. Verstärkte Flanken sorgen unter anderem dafür, dass die Reifen selbst ohne Luftdruck nicht völlig einsinken und von der Felge springen. Durch eine gelbe, fluoreszierenden Folie ist das neue Einsatzfahrzeug auch am Tag bereits aus größerer Entfernung gut zu erkennen: „Dieses Farbkonzept wird bereits seit Jahren an den Fahrzeugen der Autobahnpolizei angewandt“, erklärt Bootz.

Enge Rücksitzbank negativer Kritikpunkt

Ein negativer Kritikpunkt sei nach Erfahrung von Tobias Felten und Matthias Lenze die enge Rücksitzbank: „Der Transport von Verhafteten könnte komplizierter werden.“ Auch im Kofferraum haben Pylonen und Warnleuchten ihren festen Platz, kleinere Gegenstände wie Spraydosen zur Beweissicherung bei Verkehrsunfällen, oder Mundstücke für Alkoholtests sind in festen Kisten untergebracht: „Das ist ein Vorteil. Im Vorgängerfahrzeug sind die Einsatzmittel teilweise locker im Kofferraum herumgeflogen“, erinnert sich Matthias Lenze.

Er und sein Kollege hätten nach eigenen Aussagen keine Platzprobleme im neuen Streifenwagen: „Weder beim Einsteigen noch in Sachen Komfort. Auch das Pistolenholster kommt nicht mit dem Sicherheitsgurt in Konflikt“, beweist Matthias Lenze während einer Sitzprobe.

Vorerst bleibe es bei nur einem BMW im Werdohler Polizei-Fuhrpark. Die VW-Passats dienen primär der Mobilität der Bezirksbeamten.

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