Schrott bei Menshen geklaut: Bewährungsstrafe

Symbolbild.

Werdohl - Im zweiten Anlauf legten zwei Angeklagte aus Werdohl und Plettenberg im Amtsgericht Altena ein Geständnis ab: Ja, es stimme, dass sie gemeinsam dreimal in ein ehemaliges Trafohäuschen auf dem Betriebsgelände der Firma Menshen in Werdohl eingedrungen seien – in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober, am 23. und am 26. Oktober.

Dort hätten sie aber nicht die 1000 Kilo Kupferkabel und Kupferschienen mitgeschleppt, von denen die Anklage ausging. Es seien höchstens 100 Kilogramm gewesen. Fünf Euro bringt ein Kilogramm Kupferschrott derzeit – der Schaden lag also bei mindestens 500 und höchstens bei 5000 Euro.

Auf die Menge kam es strafrechtlich gesehen aber nicht besonders an. Mit dem Geständnis stand auch fest, dass die Angeklagten nicht in der Lenne geangelt und sich wegen des Regens in dem Gebäude untergestellt hatten. So ungefähr lautete die Geschichte, die die Beiden beim ersten Anlauf im Gerichtssaal erzählt hatten.

Bilder einer Überwachungskamera hatten die Männer jedoch mit einem Kabel in der Hand und mit einer Kupferschiene auf der Schulter gezeigt. Mithilfe dieser Bilder waren die beiden Männer von Mitarbeitern des Unternehmens auch identifiziert worden.

Strafverteidiger Dirk Löber zog sich angesichts solcher Beweismittel mit den Angeklagten zu einer intensiven Rechtsberatung zurück. Staatsanwalt Bernd Maas verzichtete in seinem Plädoyer auf den Vorwurf des gewerbsmäßigen Diebstahls: Dieser sei wegen des kurzen Tatzeitraums nicht nachweisbar, befand er.

Doch die drei Taten blieben schwere Einbruchdiebstähle mit dem Eindringen in einen geschlossenen Raum – auch wenn die Angeklagten dies bestritten: „Wir sind durch’s offene Tor gegangen – weder durch ein Loch im Zaun, noch durch’s Fenster.“

Weil der jüngere der beiden Angeklagten, ein 41-jähriger Werdohler, einige Vorstrafen mitgebracht hatte, wurde er gemäß dem Antrag des Staatsanwalts zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Sein zuvor noch völlig unbescholtener Mitangeklagter (46) kam mit fünf Monaten auf Bewährung davon. Beide nahmen das Urteil sofort an, und auch der Staatsanwalt verzichtete auf weitere Rechtsmittel.

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