Politiker treffen Bürger: Sorge um Turnhalle und Stadion

Waffelbacken im Akkord: Andreas Späinghaus (Parteivorsitzender der SPD, links) versorgte die frierenden Werdohler Marktbesucher am Donnerstagmorgen mit einer wärmenden Stärkung.

Werdohl - „Die Bürger sprechen uns gar nicht auf die Flüchtlinge an“, freut sich Ortsunions-Vorsitzender Detlef Seidel. Der CDU-Kommunalpolitiker erinnert sich an den Jahresbeginn. „Als wir da Neujahrs-Ballen verteilt haben, gab es gar kein anderes Thema.“

Dieses Mal hingegen – das bestätigt auch Ratsherr Manfred Buchta – sorgen sich die Werdohler um die Schließung der Turnhalle in Eveking sowie die nahende Aufgabe des Rasenplatzes auf dem Riesei. „Den Westpark baut Ihr“, sagten die Versetaler dann, „aber uns vergesst Ihr.“

Christdemokrat Seidel verteilt an diesem Marktmorgen mit Buchta insgesamt 1080 Ostereier in allen Farben des Regenbogens und mit dem Aufdruck „CDU Werdohl“. Er hat aber noch ein anderes Thema ausgemacht, welches den Einwohnern der Stadt auf den Nägeln brenne: „Die Ampelschaltung am Edeka / Bahnhof / Höhenweg ist ein Ärgernis.“ Die Werdohler beklagten vielfach die dortige „rote Welle“.

Ganz anders sieht es hingegen bei den Sozialdemokraten aus. Dieter Gierse geht dort mit seinem Osterkörbchen – gefüllt mit kleinen Schokoladenhäschen – auf die Passanten zu. „Doch die haben gar keine speziellen Anliegen. Vielmehr wünschen sie uns einfach ‘Frohe Feiertage’“, hat der SPD’ler beobachtet.

Hinter dem roten Stand steht der Werdohler Parteivorsitzende Andreas Späinghaus und bereitet frische Waffeln zu. „Oh, ist aber frisch hier“, fröstelt es ihn ein wenig bei den vorherrschenden März-Temperaturen. Beinahe zeitgleich lässt sich eine Bürgerin eine Waffel schmecken. „Heiß – nicht wahr?“, fragt sie eine Freundin.

„17 Kilogramm Teig hat meine Frau gestern angerührt“, erklärt derweil Späinghaus. „Ich selbst war ja beim Geschichtsbummel“, verrät er. Dazu verteilt auch die SPD Ostereier. Gut 200 Stück sind es.

„Wir haben uns ganz bewusst gegen Eier entschieden“, sagt ein paar Meter weiter Jürgen Neumann. Der FDP-Ratsherr hat bei Blumen Fromm 150 Blumensträuße binden lassen, die er jetzt an die Frau und an den Mann bringt.

Ihm zur Seite steht der Fraktionsvorsitzende der Freidemokraten Friedhelm Hermes. Er überreicht einer Bürgerin ein Blumengebinde – Osterglocken mit etwas Grün – und sagt in Hinblick auf die geschlossenen Blüten: „Die kommen noch.“ Die Werdohlerin antwortet spontan: „Genau wie die FDP.“ Auch an diesem Stand hätten die Bürger „keine speziellen Themen“ auf dem Herzen, haben Hermes und Neumann festgestellt.

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