Ohne Führerschein unterwegs: Geldstrafe

Werdohl - Wer ohne Fahrerlaubnis ist, sollte schlau genug sein, nicht zu rasen. Denn auch das Foto eines sogenannten Starenkastens kann belegen, dass jemand zu einer bestimmten Zeit unerlaubt am Steuer gesessen hat. So ging es einem 26-jährigen Werdohler, der deshalb auf der Anklagebank des Amtsgerichts Altena landete.

Dort stießen das von der Kontrolleinrichtung festgehaltene Datum und die Angaben des Angeklagten allerdings hart aufeinander. Drei Tage nach seiner letzten Verurteilung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, am 15. Mai 2014, hatte ihn der Blitzer an der Autobahn 1 in Köln erwischt – mit 84 statt der vorgeschriebenen 60 Stundenkilometer.

Doch der Angeklagte wurde nicht müde, immer wieder zu versichern: „Nach meiner Verurteilung habe ich kein Fahrzeug mehr geführt.“ Richter Dirk Reckschmidt schlug sich angesichts dieser Einlassung eindeutig auf die Seite der Technik: „Der Polizeicomputer irrt sich nicht.“ Auch die Staatsanwältin fand klare Worte: „Der Angeklagte war nicht sonderlich beeindruckt von dem Gerichtsurteil. An Dreistigkeit ist das Verhalten kaum zu überbieten.“

Dass der Angeklagte keine Freiheitsstrafe kassierte, lag an der verflossenen Zeit. Seit dem Vorfall war fast ein Jahr vergangen, ohne dass der Angeklagte nochmals am Steuer erwischt worden wäre. Möglicherweise hing das damit zusammen, dass er sein Auto bald nach der Verurteilung verkauft hatte, wie er versicherte. So blieb es bei einer Geldstrafe, die allerdings recht happig ausfiel: 110 Tagessätze zu je zehn Euro muss der Angeklagte zahlen. Außerdem bekam er eine Sperre für die Erteilung der Fahrerlaubnis von einem Jahr. Beharrlich bestand der Gescholtene bis zuletzt auf seinem Standpunkt: „Ich verstehe es immer noch nicht.“ - Von Thomas Krumm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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