Drei- bis Sechsjährige erzählen in neun Videos

Kindergartenkinder aus Werdohl und Neuenrade im Weihnachts-"Dingsda"

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Joerdis, Bea und andere Kinder aus den Werdohler und Neuenrader Kindertagesstätten erklären, wie sie sich Weihnachten vorstellen.

Werdohl/Neuenrade - Wer ihnen zuhört, der muss mindestens schmunzeln, vielleicht lächeln oder gar herzhaft lachen. Wenn Kindergartenkinder erzählen, wie sie sich den Weihnachtsmann oder das Christkind vorstellen, werden aber mitunter auch Kindheitserinnerungen wach. Kurz gesagt: Was die Mädchen und Jungen aus Werdohl und Neuenrade zu sagen haben, berührt die Zuhörer gerade an diesen Tagen ganz besonders.

Drei Kindertageseinrichtungen haben unsere Redakteure Volker Griese und Carla Witt besucht. Sie wollten von den kleinen Menschen wissen, wer am Heiligabend zuhause die Geschenke bringt und wie sie sich die himmlischen Wesen vorstellen. 

Ohne Scheu plapperten die Drei- bis Sechsjährigen munter drauflos – und waren sogar mutig genug, ihre Gedanken vor laufender Video-Kamera in Worte zu fassen. Das Ergebnis können sich unsere Leser hier ansehen und anhören. Eines sei vorab verraten: Dass es das Christkind oder den Weihnachtsmann gibt, ziehen die Kinder nicht in Zweifel. 

Und offenbar teilen sich diese beiden die Arbeit in Werdohl und Neuenrade gut auf: Manche Familien bekommen Besuch vom Bärtigen, andere Kinder haben berichtet, dass sie das Christkind erwarten.

Fliegende Rentiere, Rehe oder Pferde

Einige unserer kleinen Gesprächspartner wussten, dass sich der Weihnachtsmann einer Diät unterzogen hat: „Der ist dünn.“ Ob sein Schlitten von fliegenden Rentieren, Rehen oder gar Pferden gezogen wird, konnte allerdings ebenso wenig geklärt werden wie die Frage, ob der Weihnachtsmann seine Ohren mit einer Kapuze oder einer bommelbesetzen Pudelmütze vor der Kälte schützt. 

Die Werdohler Mädchen und Jungen aus der Evangelischen Kita Sternschnuppe und der städtischen Kindertageseinrichtung GerneGroß haben uns ebenso wie der Neuenrader Nachwuchs aus der städtischen Kindertageseinrichtung Wirbelwind viele Details verraten. 

Einige erzählten von der Geburt Jesu, andere erklärten, dass die Menschen in diesen Tagen besonders nett zueinander sein sollten. Letzteres steht in diesen Tagen für Silke Wiederspahn-Hopmann im Mittelpunkt: „In erster Linie geht es für uns um ein friedliches Miteinander. Und darum, dass Kinder Empathie lernen. Das müssen wir ihnen beibringen.“ 

Nicht nur Kinder aus christlichen und muslimischen Familien, auch Mädchen und Jungen, die einen buddhistischen oder einen hinduistischen Glaubenshintergrund haben, besuchen die Kita GerneGroß, schildert deren Leiterin. Dennoch sei eines ganz klar: „Wir feiern Weihnachten. Das ist einfach der abendländischen Kultur geschuldet.“ 

Die Videos aus der Werdohler Kita GerneGroß

Das Kita-Team erzählt den Kindern die Weihnachtsgeschichte ebenso wie die Geschichte, die zum muslimischen Opferfest gehört. Dennoch komme dem Weihnachtsfest eine besondere Bedeutung zu: „Egal welcher Religion die Kinder angehören, alle machen mit“, stellt Silke Wiederspahn-Hopmann fest. 

Aus Erfahrung weiß sie, dass viele muslimische Familien nicht auf einen Weihnachtsbaum verzichten, und die Kinder bei den Eltern einen Wunschzettel abgeben. „Das gehört einfach zum Brauchtum“, sagt die Kita-Leiterin.

Auch Kinder anderen Glaubens hören zu

Großen Wert darauf, den Mädchen und Jungen den Inhalt des Lukas-Evangeliums näher zu bringen, legt das Team der Evangelischen Kita Sternschnuppe. „Wir thematisieren die Weihnachtsgeschichte in diesem Monat immer mal wieder“, sagt Erzieherin Adriana Kauth. Damit habe das Team gute Erfahrungen gemacht: „Auch die Kinder, die einen anderen Glauben haben, hören interessiert zu.“ 

Natürlich gehe es nicht darum, große oder kleine Menschen zu bekehren. „Wir wollen den Kindern aber vermitteln, was wir glauben“, erklärt Kauth. In der Adventszeit wird an jedem Morgen gemütlich gefrühstückt, mit Weihnachtsmusik. Und natürlich dürfen die Kinder Adventskalendertürchen öffnen. 

Die Videos aus der Werdohler Kita Sternschnuppe

Die Einrichtung ist festlich geschmückt, Adventskränze gehören dazu. Eine kleine Krippe weckt die Neugier vieler Kinder und der Tannenbaum fasziniert sie. Mit kritischen Nachfragen, die die Existenz des Christkindes betreffen, müsse sie sich hin und wieder schon auseinandersetzen, erzählt Adriana Kauth: „Gerade ältere Kinder überlegen und fragen dann nach, wie denn Jesus die Geschenke bringen kann, wenn er doch noch ein Baby ist.“ Sie erkläre dem Nachwuchs dann, dass Jesus mittlerweile kein Baby mehr sei, sondern ein erwachsener Mann. 

Adriana Kauth, die selbst schon an mehreren religionspädagogischen Fortbildungen teilgenommen hat, beruhigt Eltern, deren Kinder auch zuhause kritisch nachfragen: „Was Antworten auf solche Fragen angeht, gibt es kein Richtig oder Falsch.“

Die Videos aus der Neuenrader Kita Wirbelwind

Dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, erfahren auch die Mädchen und Jungen der Kita Wirbelwind in Neuenrade. „Allerdings sagen wir ganz bewusst nicht, dass Jesus der Erlöser der Welt ist“, stellt Angelika Schweitzer fest. Für die Leiterin der Kindertagesstätte am Schütteloher Weg steht fest: „Auch in einer städtischen Kita gib es Weihnachten, sonst können wir das Fest abschaffen. Und bisher haben wir auch noch nicht erlebt, dass Eltern das ablehnen.“

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