Freibad zählt weniger Badegäste

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Ein gekonnter Sprung vom Turm ins Becken – ein Tag im Werdohler Freibad bietet jede Menge Badespaß. Dafür muss jedoch das Wetter mitspielen. In diesem Sommer lässt sich die Sonne allerdings viel zu selten blicken.

Werdohl - Sturm, Regen und niedrige Temperaturen hielten in den vergangenen Wochen der Sommerferien Badegäste vom Freibad fern. Die Zahl der Besucher dieses Jahres blieb hinter der des Vorjahres zurück.

Aber nicht nur das Wetter sei für sinkende Besucherzahlen verantwortlich, sagt Frank Schlutow, Geschäftsführer der Stadtwerke Werdohl. „Die Witterung ist natürlich der Haupttreiber. Wie haben zwar ein Warmwasserfreibad – die Wassertemperatur beträgt 24 Grad Celsius – aber wer will sich bei Regen schon in die Strandkörbe oder auf die Bänke setzten“, sagt Schlutow.

Umso mehr freue sich Schlutow über die treuen Stammgäste, die auch dem Regen trotzten. In diesem Jahr bekämen die Betreiber die Auswirkungen des schlechten Wetter besonders zu spüren. Wegen eines technischen Defekts habe die Badesaison statt Anfang Mai erst am 23. Mai eröffnet werden können. Danach habe es viele kalte und verregnete Tage gegeben.

In der extrem heißen Zeit hätte das Freibad täglich mehr als 1000 Besucher gezählt. Letztlich reichte diese Phase aber nicht aus, die schlechte Zeit auszugleichen. Und so sei die Besucherzahl im Juni mit 6500 unter der des Vorjahres – 8500 – geblieben. Im Juli seien bislang 9000 Badegäste im Freibad gewesen. 2500 weniger als im Juli vergangenen Jahres.

„Man darf aber auch die generelle Entwicklung nicht ignorieren“, erklärt Schlutow. So sei die Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren gesunken. Laut Statistischem Bundesamts betrug die Einwohnerzahl in Werdohl am 31. Dezember 2011 noch 18.706. Im Jahr darauf war die Zahl auf 18.487 gesunken. Am 31. Dezember 2013 lebten 18.310 Menschen in Werdohl. Ende vergangenen Jahres zählte die Stadt an der Lenne 18.073 Einwohner.

Auch der demografische Wandel spiele im Hinblick auf die Besucherzahlen eine Rolle. „Es gibt immer mehr ältere Menschen und immer weniger Kinder“, sagt Schlutow. Oft seien aber gerade die Kinder der Antrieb für Familien, ins Freibad zu gehen. Obwohl es auch dabei in den vergangenen Jahren Veränderungen gegeben habe. Mädchen und Jungen blieben heutzutage viel länger in der Schule, durch die „Ganztagsprogramme“.

Nach der Schule sei meist nicht mehr viel Zeit. Und: „Das Freizeitverhalten hat sich geändert.“ Viele Kinder gingen in Vereine oder spielten Instrumente. All das sei natürlich sehr schön, wirke sich aber negativ auf das Freibad aus. Es bliebe einfach weniger Zeit für einen Freibadbesuch.

Ein weiterer Punkt sei laut Schlutow die Schere zwischen arm und reich. Obwohl das Freibad sehr entgegenkommende Eintrittspreise habe. So kostet eine Familienkarte acht Euro. Diese gilt für zwei Erwachsene plus dazugehöriger Kinder. Für einige sei aber auch das zu teuer. Auch wenn die Zahl der Freibadbesucher momentan abnehme, sei das Angebot für die Werdohler Bevölkerung wichtig, sagt Schlutow.

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